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Ink

Diejenigen unter Ihnen die hier noch regelmäßig vorbei schauen - und wenn ich meiner Statistik glauben mag sind das nicht mehr all zu viele, wer kann’s Ihnen verdenken - diejenigen also, die mir mich auch heute noch regelmäßig hier besuchen, werden sich vielleicht die Frage stellen wo ich die letzten zwei Monate denn so war.

Auf diese will ich wie ein echter Medienprofi reagieren. Ich vermeide also geschickt jeglichen Blickkontakt, geben ein nervöses Lachen von mir und wechsle spontan das Thema.

Ich will Ihnen heute einen Film nahe legen, der mich wirklich überrascht hat. Nein, es ist nicht der mit den Schlümpfen in 3D. Der Film den ich meine ist ein kleiner Independent Film, der hierzulande nie ins Kino und auch sonst nicht rauskam und beinahe überhaupt nie von jemandem gesehen wurde. Er trägt den schlichten Titel ‘Ink’.

Erzählt wird die Geschichte der beiden Gruppen, die nachts um die Vorherrschaft unserer Träume kämpfen. Da sind zum einen die Storyteller, die sich um unsere guten Träume kümmern und dafür sorgen daß wir in unseren Träumen all das sein können was wir im Wachen nicht sein können und die Menschen treffen, die wir sonst nie wieder sehen können.

Ihnen gegenüber stehen die Incubi, die - Sie ahnen es schon - für unsere Alpträume zuständig sind. Sie flüstern uns unsere schlimmsten Befürchtungen ein und zehren von unseren Ängsten.

Zwischen diesen beiden Gruppen findet sich der Einzelgänger Ink wieder. Er gehört keiner der Gruppen und hat vielleicht gerade aus diesem Grund das Bedürfnis irgendwo dazu zu gehören. Die Incubi versprechen ihm, ihn zu einem der ihren zu machen, wenn er ihnen ein würdiges Opfer bringt.

Dieses Opfer soll die kleine Emma sein, die von Ink im Traum entführt wird. Bei seiner Flcuht wird aber seine kleine Trommel beschädigt, mit der er den Zugang zu dem von den Incubi vereinbarten Ort gelangen kann.

In der Realität fällt Emma in ein Koma und ihr entfremdeter Vater, der seine eigenen Ängste ständig mit sich herumträgt muß sich entscheiden wie er für seine Tochter da sein will.

In der Traumwelt nehmen eine Reihe von Storytellern die Verfolgung von Ink und Emma auf und bald wird klar, daß es hier nicht nur um Emma als Opfer geht.

‘Ink’ ist ein wunderbares Märchen, daß einen für eine Weile aus der eigenen grauen Alltagswelt befreien kann. Es ist teilweise schon bis an den Rand der ERträglichkeit kitschig, aber eben auf die angenehme Art und Weise, die man akzeptiert wenn man es sich erlaubt von Zeit zu Zeit den eigenen Träumereien nachzuhängen.

Fast so träumerisch ist die Geschichte hinter dem Film. Als kleiner Independent Film wurde er von dem Regisseur, der gleich noch den Produzenten und Komponisten der Musik gab mit dem beinahe lächerlich anmutenden Budget von 250.000 Dollar ohne große Stars gedreht.

Der Film lief dann auf einigen Festivals ohne wirklich einen Verleih zu finden. Mit dem Mut der Verzweiflung (so nehme ich zumindest an) haben sich die Macher dann daran gemacht den Film über eine eigene Website auf DVD und Blueray zu vertreiben.

Es kam wie es kommen musste: der Film wurde kopiert und fand seinen Weg in die Tauschbörsen. Und ich muss gestehen, daß ich den Film auch als Kopie von einem Freund bekommen habe. Teilweise sei der Film wenn man einzelnen Quellen glauben darf in Spitzenzeiten bis zu 400.000 mal pro Woche herunter geladen worden.

Wenn man der gängigen Theorie der Studios folgt wäre daß eigentlich das Ende der finazielle Ruin der Filmemacher gewesen. Aber das Gegenteil war der Fall. Der Film fand auf diesem Weg ein Publikum welches er sonst nie gefunden hätte. Und als Konsequenz darauf haben die Verkaufszahlen der DVDs widerum angezogen.

Jetzt mag man diese Geschichte in Zweifel ziehen oder es als glückliche Ausnahme in der grundsätzlich verderblichen Piraterie sehen. Ich möchte hier keine Lobby für die Piraterie ergreifen und schon gar nicht das maßlose Vorgehen der Studios dagegen rechtfertigen.

Vielleicht können aus der Geschichte ja alle, auch die großen Studios, etwas lernen. Ich möchte Ihnen hier nur einen wirklich wunderbaren kleinen Film nahe bringen und Sie dazu auffordern die Kreativtät und Leistung der Macher entsprechend zu würdigen. Ich habe mir inzwischen nicht nur den Film als Blueray bestellt sondern auf der Website der Macher den Betrag gespendet, den ich vermutlcih ausgegeben hätte, hätte ich den Film im Kino gesehen. Das geht dort nämlich auch.

Denn ich bin der Ansicht daß man Leistung nicht nur durch große Worte anerkennen sollte und ich hoffe darauf, daß der Regisseur Jamin Winans mit dem Geld bald seinen nächsten Film macht.

Also gebe Sie sich einen Ruck. Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, für den gibt es hier den Trailer.

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The Dark Knight

Erwartungsmanagement. Das ist so eine Sache. Seit langem habe ich keinen Film mehr so sehr herbei gesehnt wie den neuen Batman Film. Daß er bei uns Wilden hier in Deutschland erst 4 Wochen nach seinem Start in den USA gezeigt wird hat die Erwartungshaltung nur noch verstärkt. Und mal unter uns , nach meiner Ansicht sind mir die Warner Brüder jetzt mächtig was schuldig wegen dieser seelischen Grausamkeit.

Die Presse überschlägt sich vor Lob, in der IMDB nahm “The Dark Knight” ganze zwei Wochen Lang den Platz 1 der Top 250 Filme ein und mir blieb nichts weiter übrig als gefühlte 1000 mal den Trailer bei YouTube anzuschauen. Was widerum nur die Erwartungen nach oben geschraubt hat.

Zwischenzeitliche Pläne nach London zu reisen um den Film dort zu sehen wurden auf Grund der eigenen mentalen Instabilität wieder verworfen. Blieb also nichts weiter übrig als auf den offiziellen Start zu warten.

Und dann war es endlich soweit und um es in einem Satz zu sagen: Es ist der beste Batman aller Zeiten geworden. Die Unterwelt von Gotham City wurde durch Batman gehörig aufgewirbelt und die offiziellen Staatsdiener verlassen sich all zu sehr auf den Vigilanten.

Der gemütliche Kampf gegen das Verbrechen wird aber all zu unangenehm als ein Verbrecher von einem ganz neuen Kaliber auf die Bühne tritt: der Joker. Er lässt sich schwerer bekämpfen als all die Gangster und Mafia-Bosse mit denen es Batman zu tun hat. Sein Ziel ist nicht Geld oder Macht, er wird nicht von Rache getrieben. Sein einziger Ehrgeiz liegt darin Chaos und Anarchie zu stiften.

Der leider viel zu früh verstorbene Heath Ledger spielt hier wörtlich die Rolle seines Lebens. Sein Joker ist die psychopathischste Figur der Filmgeschichte die ich kenne. Hannibal Lecter wirkt im Vergleich dazu wie ein freundlicher Opa.

Fans der Comics werden sich über viele Anleihen der Vorlagen freuen ob es nun Frank Millers “Dark Knight” oder Alan Moores “The Killing Joke” ist. Was eine werkgetreue Adaption anbelangt wurde hier ganze Arbeit geleistet.

Und dennoch verlies ich das Kino dann mit einem leicht unbefriedigenden Gefühl. Als ob man sich gerade den Bauch mit den tollsten Leckereien vollgschlagen hat aber dennoch hungrig ist.

Erwartungsmanagement. Das war hier das Problem. So hoch wie meine Erwartungen an den Film waren konnten sie gar nicht erfüllt werden.

Zukünftig sollte ich mich weniger auf Fan-Seiten im Internet rumtreiben.

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Pirates of the Caribbean: At World’s End

Zunächst einmal vorab: Ich habe seit frühester Kindheit ein ausgeprägtes Faible für Piratenfilme nahezu aller Art. Ich mochte Roman Polanskis “Piraten” obwohl der Film so ziemlich überall durchgefallen ist wo man nur hinhört. Mir gefiel es wie Burt Lancaster in “The Crimson Pirate” fast 90 Minuten ununterbrochen den Bauch eingezogen hatte.

Kurzum: Es braucht schon eine ganze Menge damit man mir einen Film mit Säbelrasslern, Segelschiffen und bezaubernden Gouvernorstöchtern versauen kann (genau genommen haben schon Geena Davis und Matthew Modine gereicht aber das ist eine andere Geschichte).

Ich bitte Sie dies zu bedenken, wenn ich nun sage daß mir Captain Sparrows drittes Abenteuer im Gegensatz zu Frau Gröner ziemlich gefallen hat. Es besteht nämlich tendenziell die Möglichkeit, daß ich nicht wirklich objektiv bin. Andereseits, wer ist das schon.

Worum geht es in diesem dritten Teil? Völlig egal. Der Film hat alles was man haben will, es gibt mutige Helden, schöne Frauen, gerissene Piraten und fiese Schurken, es wird gekämpft, gefochten und geschossen. Es gibt großartige Schlachten zur See und heftige Duelle auf der Takelage.

Ich wollte eine Achterbahnfahrt durch ein Piratensetting ohne daß ich den lächerlich hohen Eintrittspreis für Disneyland zahlen musste und mir hinterher schlecht wird. Und genau das habe ich auch bekommen.

Zugegeben, ein paar Längen hat der Film schon. Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, daß die Macher hier zuviel in einen Film stecken wollten. Und das Tentakelgesicht Davy Jones und seine fischige Crew mochte ich im zweiten Teil schon nicht sonderlich. Es hätte gereicht wenn es einfach normale, verfluchte Piraten gewesen wären, die Fischköpfe waren nun nicht wirklich notwendig.

Über den Film kann und wird man sich streiten. Zu recht. Er wird mit Sicherheit ein immenser Erfolg werden, zumindest in finanzieller Hinsicht. Ob dies auch zurecht geschieht kann ich nicht beurteilen.

Ich kann für meinen Teil nur sagen ich habe mich fast drei Stunden prächtig unterhalten. Ob Ihnen das auch so gehen wird kann ich nicht sagen. Wenn Sie keine Piraten mögen und grundsätzlich sowieso eher auf Filme mit einer nachvollziehbaren Handlung stehen, dann wohl eher nicht. Ist Ihre Entscheidung.

Ich hoffe nur Frau Gröner denkt jetzt nicht schlecht von mir.

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Apocalypto

Eines muß ich schon mal vorweg sagen: So langsam aber sicher denke ich, daß sich Mel Gibson mal einen Therapeuthen suchen sollte, der seine Blut- Opfer- und Märtyrerphantasien mal analysiert. In Apocalypto fließt das Blut nämlich nur in so in Strömen, es wird gemetzelt, ausgeweidet, Herzen bei lebendigem Leib herausgeschnitten und Köpfe mit viel Schmackes abgeschlagen.

Dem Himmel sei Dank daß sich das nur auf einen kleinen Teil des Films bezieht, der dem geneigten Zuschauer aber um so intensiver im Gedächtnis bleiben dürfte.

Die Geschichte vom Untergang der Maya ist im Großen und Ganzen relativ einfach und vorhersehbar gestrickt und mit stereotypischen Figuren ausgestattet. Da gibt es die Guten, die auf einfache Weise im Dschungel leben, ab und zu mal ein Wildschwein jagen und es ansonsten zufrieden sind am Lagerfeuer zu sitzen und die Kinder groß zu ziehen.

Den Guten gegenüber stehen die Bösen, die in der großen Stadt wohnen, dekadent und verkommen sind und versuchen statt mit ehrlicher, harte Arbeit lieber versuchen mit ein paar Menschenopfern über die Runden zu kommen. Man kann sie außerdem daran erkennen, daß sie viel Schmuck tragen, hytserisch und egozentrisch werden können und gelegentlich auch mal einen leichten Hang zum Sadismus entwickeln.

Wenn Sie dennoch der Ansicht sind der Film könnte Sie noch durch irgendwelche dramaturgischen Kniffe überraschen, dann hören sie JETZT auf mit Lesen, denn es folgt eine komplette Inhaltsangabe des Films.

Die Bösen kommen eines Morgens in das Dorf der Guten während die noch den Schlaf der Gerechten schlafen um diese zu verschleppen und im Tempel der Stadt als Opfer darzubringen. Der Held der Guten steckt noch schnell Frau und Kind in den Dorfbrunnen, auf daß sie von den Bösen nicht gefunden werden und wird dann alsbald nach kurzem aber ehrgeizigem Kampf von den Bösen überwältigt und zusammen mit den anderen Guten in die Stadt verschleppt.

Dort wird schon wie am Fließband geopfert und auch unsere guten Dorfbewohner sollen alsbald ausgenommen und geopfert (in dieser Reihenfolge) werden, aber ein glücklicher Zufall verhindert dies gerade in dem Augenblick als der Held auf dem Opferblock liegt.

Man beschließt das Opfern sein zu lassen und die übrig gebliebene Opfer statt dessen in einem grausamen Spielchen zu meucheln. Dem will sich unser Held aber nicht beugen, er will nach Hause. Immerhin sitzen dort noch Frau und Kind im Brunnen und warten auf seine Heimkehr.

Statt gemeuchelt zu werden meuchelt er lieber mal den Häuptlingssohn und macht sich aus dem Staub. Das ist zwar moralisch gerecht (immerhin gehört der zu den Bösen), dramaturgisch unglaublich hilfreich aber ansonsten eine ziemlich blöde Idee denn der böse Häuptling läuft mit seinen Mitschurken dem Helden hinterher um diesen doch noch zu meucheln. Ein kleiner Tip für den Fall, daß Sie mal in die Situation kommen ein verschontes Menschenopfer zu sein: Meucheln Sie nie den Häuptligssohn, Häuptlinge neigen dazu so etwas all zu persönlich zu nehmen.

Es kommt wie es kommen muß. Die Verfolger bleiben alle einer nach dem anderen auf der Strecke, der Held holt Frau und Kind aus dem Brunnen und geht mit ihnen noch tiefer in den Wald den gerade kommen die Spanier an und von denen ist ja auch nichts Gutes zu erwarten.

Das mag nun soweit, so vorhersehbar klingen, das Ganze hat aber auch ein paar gute Seiten. Zunächst einmal werden keine Juden in dem Film verunglimpft oder beleidigt, was dieser Tage für Mel Gibson schon als Leistung erwähnenswert scheint.

Dann ist der Film unglaublich gut fotografiert und sehr authentisch wenn auch sicherlich nicht historisch korrekt umgesetzt. Das Grün des Dschungels wechselt mit dem grau-braun der Stadt und dem Blut der Opferungen in einem herrlichen Farbenspiel welches von den Digitalkameras perfekt eingefangen ist. Die zahlreichen Kämpfe sind scön choreographiert, so daß man dem Film durchaus seinen Unterhaltungswert zugestehen muß.

Den Kniff, den Gibson schon in “The Passion of the Christ” angewandt hat die gesamte Handlung in der Originalsprache spielen zu lassen trägt hier durchaus zur Atmosphäre bei.

Ich habe mich jedenfalls recht gut unterhalten und kann den Film auch Leuten empfehlen, die in mehr Kategorien als Schwarz und Weiß denken können. Als Unterhaltung allemal.

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