
Den Autor Peter S. Beagle werden die meisten durch die überkitschte Verfilmung seines Romans “Das letzte Einhorn” kennen. “He! Rebeck!”, sein Erstlingswerk, ist von einer eben solchen romatisch-melancholischen Stimmung und vor allem für verregnte Sonntag-Nachmittage geeignet.
Im Zentrum steht zunächst der titelgebende Held Mr. Rebeck, ein exzentrischer Eigenbrötler, der auf einem New Yorker Friedhof in einem verlassenen Mausoleum lebt. Früher besaß er einmal seine eigene Drogerie, die er dann nach einigen Rückschlägen verloren hat. So zog er sich von den Menschen hinter die Friedhofsmauern zurück. Zumindest von den Lebenden.
Denn außer einem sprechenden Raben, der ihn mit allem versorgt was Rebeck zum Leben braucht, spricht er mit den Geistern der kürzlich verstorbenen. Er hilft ihnen, mit ihrem neuen Leben nach dem Tod zurecht zukommen. Da ist zum Beispiel Michael, der allem Anschein nach von seiner Frau umgebracht wurde. Nüchtern blickt er auf sein gescheitertes Leben zurück, versucht zu verstehen warum seine Frau ihn umgebracht hat.
Dann ist da Laura, sie ist bei einem Verkehrsunfall umgekommen, aber offensichtlich ist sie darüber nicht sonderlich traurig. Es bestehen offensichtlich berechtigte Zweifel daran, ob Laura wirklich so unfreiwillig aus dem Leben geschieden ist. Michael kann das nicht verstehen, schließlich ist Selbstmord doch ein Todsünde.
Die beiden mögen sich Anfangs nicht so recht und Mr. Rebeck hat so seine liebe Mühe mit den beiden. Erschwerend kommt hinzu, daß er sich zu seinem eigenen Ärger mit Mrs. Klapper angefreundet hat, einer Witwe, deren Lebensinhalt hauptsächlich darin besteht das Grab ihres Mannes zu besuchen. Die Freundschaft bringt Rebeck in einige Bedrängnis, schließlich kann er ihr nicht so ohne weiteres sagen, daß der Friedhof sein zu Hause ist. Und irgend etwas hindert ihn daran, den Kontakt zu ihr abzubrechen. Seine heile Welt innerhalb der Friedhofsmauern scheint ins Wanken zu geraten.
Schließlich spitzen sich die Ereignisse zu. Rebeck kann sein Geheimnis nicht mehr länger vor Mrs. Klapper zurückhalten und hinter Michaels Tod scheint ebenfalls mehr zu stecken als alle Beteiligten ahnen. Rebeck muß sich schließlich seinen Ängsten stellen und in die Welt außerhalb des Friedhofs zurückkehren um Michael und Laura zu helfen.
“He! Rebeck!” ist ein wunderbares modernes Märchen für hoffnungslose Romantiker. Wenn Michael und Laura sich nach ihre Liebe gestehen so geschieht dies ohne all zu viel Zuckerguß aber mit einer Intensität die einem das Herz überquellen läßt und man wünscht sich selbst einmal diese alles weltliche übersteigende Liebe zu erfahren.
Eine wunderschöne Geschichte über den Tod, die Liebe und das Leben danach. Empfehlenswert!