Archive for December, 2004

Rückblick

Also dann. Das Jahr 2004 ist in ein paar Stunden schon wieder vorbei und ich kann leider nicht sagen, daß es besonders nett zu mir war. Und ich erwarte nicht gerade, daß sich das auf den letzten Metern bis zum Ziel nochmal ändert. Dazu liegt es bereits zu weit hinten.

Andererseits will ich mich nicht all zu sehr beklagen. Schaue ich in das Gebiet des indischen Ozeans, dann geht es mir, dann geht es auch dem letzten Hartz-IV Empfänger immer noch verdammt gut. Und jedes Klagen über das, was mir dieses Jahr so widerfahren ist, würde nur zynisch klingen.

Blicken wir mal zurück, was 2004 so alles gebracht hat. Ich habe ernsthaft mit meinem eigenen Blog begonnen. Eigentlich habe ich wieder damit angefangen, denn meine ersten Versuche liegen schon lange zurück. Den ersten Entwurf zu so etwas wie einem Blog hatte ich bereits 1999 gemacht, damals alles noch mit rein statischen Seiten. Es sollte eine Art Tagebuch werden, das als eine Art Flickenteppich aus Texten, Bildern, Audio- und Video-Files zusammengestückelt wurde.

AngestiftetInspiriert wurde ich damals von einer meiner besten Freundinen, die etwas ähnliches mit begrenzter Dauer schon einmal offline als Kunstprojekt gemacht hatte. Die Idee ist also leider nicht meiner eigenen Kreativität entsprungen.

Gescheitert ist es dann letztendlich an einer Mischung aus mangelnder Selbstdisziplin und überzogenem Anspruch. Genau wie die beiden weiteren Versuche die ich danach unternommen habe, unter anderem bei Diaryland wo ich es immerhin 3 ganze Monate ausgehalten habe.

Anfang 2004 also der Neustart und seit Mai dann auch unter eigener Domain. Und obwohl ich so konstant dabei bin wie ich es selbst nie erwartet hätte bin ich jeden Tag kurz davor wieder alles abzureißen.

Was geschah sonst noch so? Klaus Esser und Josef Ackermann mußten einsehen, daß ihre Wahrnehmung davon, was eine angemessene Entschädigung ist nicht ganz von der Öffentlichkeit geteilt wird. Wir alle mußten einsehen, daß die Grenzen unseres Sozialsystems ausgereizt sind und wir etwas ändern müssen. Einige Leute, z.B. der Herr Rogowski und seine Freunde aus dem Golfclub daß die Änderungen nicht ganz einseitig verlaufen dürfen. Aber sie lernen es vielleicht auch noch.

Wir haben festgestellt, daß die Differenzen zwischen Amerika und Europa größer sind als wir bisher geglaubt haben. Bush wurde im Amt bestätigt. Andererseits lernt er vielleicht auch noch, daß Amerika nicht ohne den Rest der Welt auskommt. Und daß dieselbe keine Scheibe ist. Und wir lernen hoffentlich noch, daß Bush nicht Amerika ist.

Die Union hat 2004 den Patriotismus wieder entdeckt und gleich pauschal für sich beansprucht. Wer’s findet darf’s behalten haben sie sich gedacht. Leider waren sie damit beim Wahlvolk nicht so erfolgreich wie erhofft. Bleibt zu hoffen, daß sie sich für die anstehenden Wahlkämpfe wieder Sachthemen zuwenden. Ich kann das Wort schon nicht mehr hören.

Viacom hat Viva gekauft und angefangen abzumanagen. Dummerweise haben die es vorher gemerkt und fanden das nicht so toll. MTV wird auch grundbereinigt. Der lästige Musik-Anteil wird entfernt, bis auf die tägliche Klingelton Top-10 – “Viacom – we take the M out of TV”. Fiel mir gerade ein der Slogan. Fühlen Sie sich frei ihn zu benutzen. Jamba kann auch gerne zugreifen.

Die Frau Zypries und mit ihr die gesamte Regierung hat dieses Jahr in Sachen Software-Patente bewiesen daß ihr die Meinung des Bundestages egal ist, wenn sie nur entsprechende Lobbyisten auf ihrer Seite hat. Sie selbst hat auch bewiesen, daß man nicht unbedingt was von einem Amt verstehen muß um es zu bekommen. Polen wiederum hat bewiesen, daß man sich den Platz in der EU durchaus verdient hat. Die Regierung und die Öffentlichkeit wird hoffentlich noch lernen, daß die Software-Industrie die Automobil-Industrie von morgen ist. (Opel, General Motors…klingelts?)

Wir alle haben durch die Katastrophe im indischen Ozean vielleicht gelernt dankbarer zu sein, mit dem was wir haben. Und hoffentlich auch, daß wir uns um andere auch ohne solche Katastrophen kümmern sollten.

Ich selbst habe mich um Veränderung in meinem eigenen Leben bemüht wie nie zu vor. Sowohl im privaten als auch im beruflichen. Wobei meine Prioritäten eindeutig auf dem ersten liegen.

Es ist mir klar, daß ich so wie im Augenblick nicht mehr lange weitermachen kann. Allein, je mehr ich mich bemüht habe, desto weniger schien dies honoriert zu werden. Ich will mich nicht beklagen, ich will positiv denken und mich in Zukunft mehr und mehr bemühen. Aber je länger es dauert, desto schwieriger wird es sich zu bemühen. Und die Hoffnung aufrecht zu erhalten.

Aber genug von dem Unsinn. In diesem Sinne wünsche ich allen da draußen ein erfolgreiches 2005 und bringe meine Gefühle über das vergangene Jahr mit einem Dialog aus dem Film “Jeremiah Johnson” zum Abschluß:

Bear Claw Chris Lapp: You’ve come far pilgrim.
Jeremiah Johnson: Feels like far.
Bear Claw Chris Lapp: Were it worth the trouble?
Jeremiah Johnson: Ah, what trouble?

Nach oben

Spenden

Es wird zwar schon allerorts darauf hingewiesen, aber man kann es vermutlich nicht oft genug tun. Deshalb schließe ich mich Frau Lu, IT&W und allen anderen an und weise ebenfalls noch einmal auf die Listen unterschiedlichen Hilfsorganisationen zur Unterstützung der Opfer des Tsunamis hin:

Spiegel Online
tagesschau.de
Apple

Und für alle, die zu faul zum klicken sind, hier einige Daten auf direktem Wege:

Ärzte für die Dritte Welt
EKK Bank
BLZ 500 605 00
Kontonummer 104 88888 0
Stichwort: Seebebenopfer
www.aerzte3welt.de

Ärzte ohne Grenzen
Sparkasse Bonn
BLZ 38 05 00 00
Kontonummer 97 0 97
Stichwort Seebeben
www.aerzte-ohne-grenzen.de

Caritas International
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ: 660 205 00
Kontonummer: 202
Stichwort “Erdbeben-Südasien”
www.caritas.de

CCF Kinderhilfswerk
Bank für Sozialwirtschaft Stuttgart
Bankleitzahl 601 205 00
Kontonummer 778 0006
Stichwort Asienhilfe
www.ccf-kinderhilfswerk.de

DAHW (Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe)
Sparkasse Mainfranken-Würzburg
Bankleitzahl 790 500 00
Kontonummer 9696
Stichwort Seebeben
www.dahw.de

Deutsches Rotes Kreuz
Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl: 370 205 00
Kontonummer: 41 41 41
Stichwort: “Südasien”
www.drk.de

Deutsche Welthungerhilfe
Sparkasse Bonn
Bankleitzahl: 380 500 00
Kontonummer: 1115
Stichwort “Erdbeben Asien”
www.deutsche-welthungerhilfe.de

Diakonie Katastrophenhilfe
Postbank Stuttgart
Bankleitzahl: 600 100 70
Kontonummer: 502 707
Stichwort “Erdbeben-Südasien”
www.diakonie.de

Friedensdorf International
Stadtsparkasse Oberhausen
BLZ 365 500 00
Konto 102 400
Stichwort: Flut
www.friedensdorf.de

Kindernothilfe
KD-Bank
Bankleitzahl: 350 601 90
Kontonummer: 45 45 40
Stichwort: Seebeben
www.kindernothilfe.de

Misereor
Sparkasse Aachen
Bankleitzahl: 390 500 00
Kontonummer: 52100
Stichwort: Erdbebenopfer
www.misereor.de

Oxfam
Bank für Sozialwirtschaft Köln
Bankleitzahl: 370 205 00
Kontonummer: 13 13 13
Kennwort: Seebeben
www.oxfam.de

SOS-Kinderdörfer
Deutsche Bank München
Konto 111 1 111
BLZ 700 700 10
Stichwort: SOS-Südostasien
www.sos-kinderdoerfer.de

terre des hommes
Hilfe für Kinder in Not
Volksbank Osnabrück eG
Bankleitzahl: 265 900 25
Kontonummer: 700 800 700
Stichwort: Flutwelle
www.tdh.de

Unicef
Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl: 370 205 00
Kontonummer: 300 000,
Stichwortwort “Erdbeben Asien”
www.unicef.de

Tun Sie, was Sie können. Es ist übrigens nicht zwingend immer eine Katastrophe notwendig, um anderen Leuten seine Hilfe und Unterstützung angedeihen zu lassen. Viele der genannten Organisationen leisten das ganze Jahr über wichtige Arbeit. Denken Sie mal in einem halben Jahr daran, wenn Weihnachten in weiter Ferne ist und diese Katastrophe eine dumpfe Erinnerung im Hinterkopf ist.

Nach oben

Zwischen den Jahren

So, Weihnachten ist vorbei und wenn es nicht wegen des üblich kitschigen Fernsehprogramms gewesen wäre, dann hätte ich es vermutlich gar nicht mitbekommen. Der Mike hat sich nämlich die vergangenen drei Tage nicht aus seiner Wohnung bewegt und mit keinem Menschen gesprochen. Und bevor jetzt die Emotionen irgendwo zwischen Mitleid, Bedauern und Verachtung hochkommen für ein armes Seelchen, das Weihnachten ganz alleine verbringt, bitte ich um die Lektüre dieses Buches. Danach können Sie Ihrer Entrüstung oder Ihrem Bedauern freien Lauf lassen, mir ist das dann einerlei.

Ich habe also drei wirklich geruhsame Tage damit verbracht diverse Filme mal wieder anzusehen, zum Beispiel “The Princess Bride” oder “The Lion in Winter” als Zugeständnis an Weihnachten. Wer diese Filme nicht kennt, sollte sie sich übrigens mal ansehen, dabei kann man nämlich interessante Entdeckungen machen. Zum Beispiel, daß Anthony Hopkins schon vor “Silence of the Lambs” ein guter Schauspieler war.

Der kurze Gedanke eines Kino- oder Museumbesuches wurde verworfen in Erinnerung daran, daß dieser Tage Kinos und Museen vermutlich endlos überrannt sein dürften. Denn Weihnachten ist für viele ja nicht nur eine Zeit der Besinnlichkeit sonder auch die eizige Zeit im Jahr, in der man sich solchen kulturellen Ausschweifungen hingeben kann. So gab es statt dessen zu den Filmen noch haufenweise Comics und Bücher und drei Tage lang keinen Grund die Wohnung zu verlassen. Es gäbe heute immer noch keinen, aber ich hab’ kein Brot mehr.

Und nun ist also die Zeit “zwischen den Jahren” gekommen, wie meine Oma immer so schön sagt. Sie fühlt sich ein wenig so an wie eine post-koitale Depression, eigentlich hätte man Grund zufrieden zu sein, dennoch schwingt eine leichte Melancholie im Raum. Diese Zeit ist irgendwie so nicht-existent. Das neue Jahr hat noch nicht begonnen und das alte ist noch nicht zu Ende.

Jetzt könnte man all die Dinge machen, zu denen man sonst nicht kommt. Wohnung aufräumen, Kino, Musseen, die Welt oder zumindest ein paar Frauen erobern. Wenn man denn mal vor 11 Uhr aus dem Bett kommen und vor 14 Uhr mit dem Frühstück fertig wäre.

Nun ja, ein paar Tage hab’ ich ja noch und dann wollen wir mal sehen, was die Zukuft so bringt. Jetzt geh ich erst mal Brot kaufen.

Nach oben

Weihnachtslied

What’s this?

What’s this? What’s this?
There’s color everywhere
What’s this?
There’s white things in the air
What’s this?
I can’t believe my eyes
I must be dreaming
Wake up, Jack, this isn’t fair
What’s this?

What’s this? What’s this?
There’s something very wrong
What’s this? What’s this?
There are people singing songs

What’s this? What’s this?
The streets are lined with
Little creatures laughing
Everybody seems so happy
Have I possibly gone daffy?
What is this?

There are children throwing snowballs
Instead of throwing heads
They’re busy building toys
And absolutely no one’s dead

There’s frost on every window
Oh, I can’t believe my eyes
And in my bones I feel the warmth
That’s coming from inside

Allen da draußen ein schönes Weihnachtsfest!

Nach oben

« Next Page » Next Page »