Viel zu schnell vergeht die Zeit dieser Tage wieder. Meine Arbeit, kaum hat das Jahr wieder angefangen, frisst mich derzeit wieder beinahe auf. Externe Beobachter geben mir den wohlwollenden Rat, ich solle mir jetzt mal ernsthaft überlegen was mir wichtiger sei, meine Arbeit oder meine Gesundheit, was so dramatisch wie trivial hinsichtlich der Entscheidung klingt und es letzendlich beides nicht ist. In der Tat häufen sich einige Stresssymptome, allerdings was soll man tun, hat man doch nicht vernünftiges gelernt, in der letzten Zeit ist an Weisheit auch nicht viel dazu gekommen und von irgendwas will die Miete auch gezahlt sein.
Was mich aber wirklich wurmt, ist die Tatsache, daß ich von dem was ich gerade tue hier nichts schreiben kann/darf, weil man ist ja als Dienstleister zur Veschwiegenheit über seine Tätigkeiten beim Kunden verpflichtet. Dabei gäbe es so vieles zu schreiben, denn das, was ich gerade mache wird zur Cebit dann wieder sämtliche einschlägigen Medien füllen, von heise bis zum SpOn und es wird die Gemüter erhitzen, nicht nur in der Fachwelt und so weiter. Und da hat man schon einmal einen Wissensvorsprung und kann damit nicht mal im eigenen Blog prahlen. Ist vielleicht aber auch gut so.
Da stellt sich dann allerdings die Frage, über was schreibt man denn sonst, wo man doch fast nur noch mit Arbeit beschäftigt ist, kaum Zeit hat die eigenen Lieblingsblogs zu lesen und darüber hinaus erst am späten Sonntag Nachmittag erfährt, daß der Herr Moshammer ermordet wurde, was dem Rest der Welt, wie es scheint, schon seit mindestens zwei Tagen bekannt ist?
Man begeht einmal mehr einige der sieben Todsünden und postet spontan mal alles, was diese Woche so am Rande des Blickfeldes vorbeizog. In ungeordneter Reihenfolge.
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Die hoch geschätzte Frau Gröner schrieb am Freitag über eben diese sieben Todsünden des Bloggens und einen Tag später wird man einmal mehr von Google drauf hin gewiesen, wie nachlässig (acedia) man selbst beim Schreiben immer ist und zwar dadurch, daß man über die Logs (gula) sieht, daß man auf der Suche nach “Schweineraten” gefunden wird, wobei man im gefundenen Artikel eigentlich “Schweinebraten” schreiben wollte.
Viel tragischer ist natürlich noch, wenn man über einen Eintrag gefunden wird, in dem man behauptet Anthony Hopkins hätte in einem Film namens “Silent of the lambs” mitgespielt. Während man “Schweineraten” noch als einfachen, ja fast sympathischen Tippfehler durchgehen lassen kann, muß man unweigerlich erkennen, daß derzweite Fall einen vor der Leserschaft ganz schön dämlich dastehen lässt. Und das weckt unweigerlich einen tiefen Zorn auf einen selbst, man nimmt sich vor zukünftig sorgfältiger zu schreiben und fragt sich gleichzeitig: Wem willst du eigentlich was vormachen?
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Die Grünen durften diese Woche ihr 25-jähriges feiern und das Morgenmagazin der ARD, das mich in Hotels morgen als an die grausame Realität der Welt heranführen darf, hat dazu Passanten in der Kölner Innenstadt befragt. Was sie denn so halten würden von den Grünen und deren Entwicklung. Und die meisten haben ziemlich geschimpft. Weil die Grünen sind schuld:
- daß wir so viele Steuern zahlen müssen
- erfinden immer mehr neue Steuern
- sind schuld an den vielen Arbeitslosen wegen ihrer strengen Umweltpolitik
- sind ohnehin die Geisel jedes gutbürgerlichen, anständigen Deutschen
Ganz am Ende kamen nochmal zwei Menschen die eine etwas positivere Meinung haben durften. Spontan habe ich mich gefragt ob das wirklich ein repräsentatives Bild der Bevölkerung ist oder ob die ARD vielleicht ein wenig einseitig berichtet hat. Nun kann man über die Grünen ja denken was man will, gerade der ganz linke Rand verliert ja tatsächlich immer wieder ein wenig die Ralität aus den Augen und kompensiert das dann mit ein wenig mehr Radikalität. Für mich waren sie bei Wahlen immer die Zweitstimmen-Partei bei Wahlen. Aber wirklich zu glauben, daß Deutschland heute besser dran wäre, wenn alle mit ihrem Spritfressenden Großraumwagen mal die 10m zum Bäcker brettern ist doch schon ein wenig naiv. Die Entwicklung in Sachen Umweltschutz wäre so oder so gekommen, irgendwann wäre es auch dem letzten asthmatisch röchelnden Daimler-Fahrer aufgegangen, daß es doch keine so gute Idee ist die Abgase ungefiltert rauszupusten.
Und den Herrn mit Hut betrifft, der so sehr auf den Herrn Trittin schimpfen mußte, weil der doch das schlimme Dosenpfand eingeführt hat, dem will ich sagen, daß ich den Herrn Trittin zwar auch nicht so dolle finde, man ihm deshalb aber auch nicht gleich alle Schuld zuweisen darf. Das Dosenpfand hat der nämlich nur umgesetzt, die Idee dazu stammt nämlich noch von seiner Vorgängerin Angela Merkel, als die noch Umweltministerin beim Helmut Kohl war. Aber die Menschheit hat halt ein Goldfischgedächtnis.
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Dann hab ich mich diese Woche gleich wieder doppelt über die Frau Zypries aufgeregt, warum will ich gar nicht im Details erläutern. Das kann man besser hier und hier nachlesen.
Ich muss gestehen, daß ich nicht wirklich schlau aus dieser Frau werde. Ist sie nun korrupt, einfach nur naiv und merkbefreit oder grundlegend dämlich? Sei es wie es sei, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß ein dressierter Affe manchmal bessere Arbeit leisten würde als diese Frau. Was natürlich auch für ganz andere Politiker gilt, die Sache im konkreten Fall aber nicht besser macht. Überhaupt frage ich mich bei diesen ganzen parteiübergreifenden Nebentätigkeiten unserer Politiker derzeit wo denn da die Grenze zur Korruption gezogen wird.
Jedenfalls scheint Frau Zypries mir gänzlich ungeeignet für ihren Job. Unter uns Herr Schröder, mit der Frau in ihrem Kabinett werden Sie es schwer haben mir zukünftig meine Wählerstimme abzuschwatzen.
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Dann zum Ende der Woche nochmal im Kino gewesen. “Closer” von Mike Nichols. Schöner Film, schöne Menschen, schöne Dialoge, kurzum ein sehenswerter Film, dem man aber sehr anmerkt, daß er mal ein Theaterstück war. Sogar Julia Roberts hat mir mal wieder gefallen und ich hoffe er erhält heute Nacht den einen oder anderen Golden Globe für den er nominiert ist.
Beim Abspann hat mich dann die Selbsterkenntnis getroffen. Die bisherigen Kinofilme im neuen Jahr waren “Liebe mich wenn du dich traust”, “Sylvia” und “Closer”. Kein Wunder, daß bei dieser Auswahl von Filmen sämtliche (potentiellen) Beziehungen schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt sind.
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So und nun zum Abschluß noch einmal ein wenig superbia. Ich laß heute mal wieder die Kommentare an. Kommentieren Sie also ein wenig, wenn Ihnen der Sinn danach steht.