Heute durfte man also wählen gehen, wenn man wie ich in NRW wohnaft ist. Es war mal wieder eine Wahl zwischen Pest und Cholera und wie es aussieht hat diesmal die Pest gewonnen. Lag vermutlich an dem “überlegenen” Spitzenkandidaten. Der sollte sich aber mal nicht all zu sehr freuen, denn nun kann er nicht mehr nur polemisieren sonder muß sich auch noch beweisen.
Die SPD wiederum nimt das Ganze gleich dermaßen persönlich, daß sie auch gleich noch auf Bundesebene hinschmeißen will. Zumindest der Herr Schröder will das und bei dem gilt ja immer noch ein wenig “Die SPD bin ich”. Das kann man feige oder konsequent finden. Auf alle Fälle ist es vermutlich eine der sinnvollsten Entscheidung, die der Herr Schröder seit langem getroffen hat.
Das findet auch das Merkel aus der Uckermark und meint dazu, daß jeder Tag weniger ohne eine rot-grüne Regierung diesem Land gut tun würde. Da hat es vermutlich auch recht, man sollte es dann aber auch nicht gleich wieder mit einer Schwarz-Schwarz-Gelben versauen. Denn mal im Ernst, wodurch unterscheiden sich die ganzen Parteien denn noch? Die Figuren sind doch mittlerweile fast komplett austauschbar oder kann mir jemand noch den Unterschied zwischen Herrn Schily und Herrn Beckstein erklären?
Das Ergebnis dieser Wahl sollte man als das sehen, was es ist: Den Wunsch nach Veränderung. In diesem Sinne wurde auch Herr Rüttgers nicht wirklich Sieger, Peer Steinbrück wurde nur nicht gewählt und sein Gegenkandidat hatte das Glück nicht nicht-gewählt zu werden.
Das aber ist das wirklich Bittere an dieser Wahl, daß sich nun von Merkel über Stoiber alle als die großen Grinsekatzen präsentieren dürfen und dabei so tun als hätten sie bereits etwas geschafft worauf man stolz sein könnte. Vielleicht grinsen sie auch über die Möglichkeiten, die sie nun haben. Und das macht mir richtig Angst.
Sehen wir den Tatsachen mal ins Auge, unser Land ist im Augenblick ziemlich kaputt. Letzter beim Vorsingen in Kiew, Schumi kommt auch erst ins Ziel wenn die anderen schon fast auf dem Heimweg sind und dann sind da auch noch die ganzen Arbeitslosen. Es ist zum Heulen. Andererseits sind wir auch Papst geworden und wir haben immerhin noch Harald Schmidt, das ist ja such nicht so schlecht. Das zeigt, daß doch zumindest noch ein wenig Potential in unserem Land steckt.
Was bleibt ist der bittere Beigeschmack, daß jetzt ein Mann in NRW Ministerpräsident wird, der mal Zukunftsminister war. Das war in der Vergangenheit und in der Vergangenheit ist die Zukunft jetzt. In gewisser Weise ist der Herr Rüttgers also direkt mitverantwortlich für die Situation wie wir sie jetzt haben. Mal sehen wie er damit fertig wird.
Nachtrag: Nein, ich habe mir das andere große Drama zum Wochenende noch nicht angesehen. Keine Lust auf Kino.
Noch ein Nachtrag: Ja, es sind hier viele Fehler in der Orthografie und Interpunktion zu finden. Ich bin Wochenend-Legastheniker.