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Archive for May, 2005

Sommer

Der Sommer ist da aber irgendwie fühlt es sich nicht so an. Die Hitze hatte am Freitag bereits einen für mich nur ncoh schwer erträglichen Stand erreicht. Ich bekam Kopfschmerzen, wie immer wenn es für mich zu heiß wird. Ich zog die Vorhänge zu, die Helligkeit aussperren.

Später dann das erste Bier im Kölner Stadtgarten, man fühlt sich fast verpflichtet dazu. Das Wetter ist gut und man sollte an die frische Luft. Was mußt Du denn bei diesem schönen Wetter drinnen sitzen höre ich das Echo meiner Mutter aus der Kindheit klingen.

Bier zu trinken fühlt sich für mich immer ein wenig fremd an, als ob ich eine Rolle spielen würde. Ich trinke viel, manchmal vielleicht zuviel aber fast nie Bier. Die Kellnerin ist bleich, hat beinahe weiße Haut, was ihr unter all den Sonnenstudio-gebräunten Medienschaffenden eine nahezu ätherische Schönheit verleiht.

Es ist also Sommer und das scheint nicht richtig zu sein. Ein Feiertag, ein Urlaubstag und es ist soviel passiert, was man aufhalten möchte und nicht kann. Es scheint alles zu groß und ich zu klein. Draußen scheint die Sonne aber es wird bereits wieder kühler.

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Konzertbesuch

Im Rahmen des Projektes “Resozialisierung von Mike 2005″ stand gestern ein kleiner Ausflug nach Offenbach auf dem Programm. Ich war glücklicherweise sowieso gerade in der Nähe und es gab eine Freikarte, da kann man nicht Nein sagen. Und die Begleitung war durchweg reizend.

So fand ich mich gestern also in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens wieder und lauschte den zarten Klängen von Moby. Ich kann ja nicht so klug über Musik reden (sonst würde ich vermutlich Stuckrad-Barre heissen und wäre eine verdammt coole Sau), deshalb fass ich das Ganze mal so zusammen: Größtenteils ganz gut gelungen. Ich bin ja kein all zu großer Anhänger von Moby, aber er liegt ganz gut im Ohr. Etwas wirr war das Cover von den Doors, das sein Gitarrist singen durfte.

Und Moby hat ja irgendwie einen leicht unerträglichen Hang zum politisch korrekten Labern. So kündigte er den aktuellen Gassenhauer “Lift me up” als einen Protest gegen die derzeitige politische Administration in den USA an. Was bei dem Publikum eines Moby-Konzerts vermutlich soviel Sinn machen dürfte wie der Versuch Kühe von einer vegetarischen Lebensweise zu überzeugen.

Ich habe mich im Übrigen wieder daran erinnert warum ich so lange nicht mehr auf einem Konzert war. Größere Menschenmassen machen mich noch immer nervös. Ich war froh am Rande und nicht in der Mitte der Halle zu stehen. Und waren Konzerte populärer Musik eigentlich schon immer so laut?

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Mail an einen Freund

Auf die Frage, wie es denn so gehen würde:

“Och ja, das üÜbliche halt: Keine Aussicht auf Sex und der Job streift gerade wieder sanft die Grenzen des Erträglichen. Ich glaube am Wochenende schneid’ ich mir ein wenig einen Unterarm ab…”

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Episode III: Revenge of the CDU

Heute durfte man also wählen gehen, wenn man wie ich in NRW wohnaft ist. Es war mal wieder eine Wahl zwischen Pest und Cholera und wie es aussieht hat diesmal die Pest gewonnen. Lag vermutlich an dem “überlegenen” Spitzenkandidaten. Der sollte sich aber mal nicht all zu sehr freuen, denn nun kann er nicht mehr nur polemisieren sonder muß sich auch noch beweisen.

Die SPD wiederum nimt das Ganze gleich dermaßen persönlich, daß sie auch gleich noch auf Bundesebene hinschmeißen will. Zumindest der Herr Schröder will das und bei dem gilt ja immer noch ein wenig “Die SPD bin ich”. Das kann man feige oder konsequent finden. Auf alle Fälle ist es vermutlich eine der sinnvollsten Entscheidung, die der Herr Schröder seit langem getroffen hat.

Das findet auch das Merkel aus der Uckermark und meint dazu, daß jeder Tag weniger ohne eine rot-grüne Regierung diesem Land gut tun würde. Da hat es vermutlich auch recht, man sollte es dann aber auch nicht gleich wieder mit einer Schwarz-Schwarz-Gelben versauen. Denn mal im Ernst, wodurch unterscheiden sich die ganzen Parteien denn noch? Die Figuren sind doch mittlerweile fast komplett austauschbar oder kann mir jemand noch den Unterschied zwischen Herrn Schily und Herrn Beckstein erklären?

Das Ergebnis dieser Wahl sollte man als das sehen, was es ist: Den Wunsch nach Veränderung. In diesem Sinne wurde auch Herr Rüttgers nicht wirklich Sieger, Peer Steinbrück wurde nur nicht gewählt und sein Gegenkandidat hatte das Glück nicht nicht-gewählt zu werden.

Das aber ist das wirklich Bittere an dieser Wahl, daß sich nun von Merkel über Stoiber alle als die großen Grinsekatzen präsentieren dürfen und dabei so tun als hätten sie bereits etwas geschafft worauf man stolz sein könnte. Vielleicht grinsen sie auch über die Möglichkeiten, die sie nun haben. Und das macht mir richtig Angst.

Sehen wir den Tatsachen mal ins Auge, unser Land ist im Augenblick ziemlich kaputt. Letzter beim Vorsingen in Kiew, Schumi kommt auch erst ins Ziel wenn die anderen schon fast auf dem Heimweg sind und dann sind da auch noch die ganzen Arbeitslosen. Es ist zum Heulen. Andererseits sind wir auch Papst geworden und wir haben immerhin noch Harald Schmidt, das ist ja such nicht so schlecht. Das zeigt, daß doch zumindest noch ein wenig Potential in unserem Land steckt.

Was bleibt ist der bittere Beigeschmack, daß jetzt ein Mann in NRW Ministerpräsident wird, der mal Zukunftsminister war. Das war in der Vergangenheit und in der Vergangenheit ist die Zukunft jetzt. In gewisser Weise ist der Herr Rüttgers also direkt mitverantwortlich für die Situation wie wir sie jetzt haben. Mal sehen wie er damit fertig wird.

Nachtrag: Nein, ich habe mir das andere große Drama zum Wochenende noch nicht angesehen. Keine Lust auf Kino.

Noch ein Nachtrag: Ja, es sind hier viele Fehler in der Orthografie und Interpunktion zu finden. Ich bin Wochenend-Legastheniker.

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