Wochenende
Während man andernorts noch auf das Eintreffen des neuen Ikea-Kataloges wartet war ich selbst in einem der schwedischen Außenposten, allerdings nicht weil ich ein neues Regal bräuchte (was ich genau genommen auch brauche) sondern zum Flusskrebse essen.
Ende August, Anfang September ist anscheinend die Saison für Flusskrebse in Schweden und aus gegebenem Anlass veranstaltet der Welt liebstes schwedisches Möbelhaus aus diesem Anlass an einigen Standorten ein Flusskrebs-Essen.
Ich muss gestehen ich war zunächst ein wenig irritiert als ein Freund mich vor einigen Wochen ansprach ob ich mitkommen wollte um bei Ikea Schalentiere zu essen. Hat sich aber dennoch gelohnt.
Für 15 Euro bekam man so viele Krebse wie einem der Sinn danach stand oder so lange der Vorrat an 1500 kg eben reichte. Und für diejenigen denen die Schalentiere nicht so sehr zusagten gab es dies kleinen Fleischklösse deren Namen ich immer wieder vergesse (Sie wissen schon), Käse und Knäckebrot und zum Nachtisch Götterspeise, rote Grütze und Vanille-Soße.
Uns so sahen ein Teil der 1,5 Tonnen Krebse aus:

Dabei fand ich es erneut erstaunlich was “All-you-can-eat” für so Manchen bedeutete. Die Grenzen dessen, was der menschiche Körper so aufnehmen kann sind bei solchen Veranstaltungen anscheinend immens dehnbar und gehen weit über das physisch Vorstellbare hinaus. So mancher Schwedenfreund schaufelte sich Portionen rein, die vermutlich für ein Schwedisches Kleindorf ausgereicht hätten und vermutlich die Population dieser Tiere ernsthaft in Gefahr bringt (auch wenn sie in Polen gezüchtet wurden wie man mir versichterte). Da fragt man sich dann schon: Weiss der WWF davon?
Ebenso erstaunlich fand ich die Faszination, die kostenlos verteilte Kugelschreiber an Schlüsselbändern so auf den gemeinen Bürger ausüben. Manch einer hing sich so an die 10 Stück davon um den ausgezehrten Hals, was tiefe Rückschlüsse auf die Mängel in unserem Land zulässt.
Deutschland im Spätsommer 2005, das Volk verlangt es nach Schlüsselbändern und Kugelschreibern. Ich denke, ich sage nicht zuviel, wenn ich nun behaupte daß dieses Thema wahlentscheidend sein kann.
Ich selbst beschränkte mich in meiner jugendlichen Naivität auf Krebse, Käse und Fleischbällchen und gelegentlich ein wenig von dem schwedischen Fusel, der von kostümierten Studentinen auf Teilzeitbasis gereicht wurde. Ich kann Ihnen sagen, es war ein ganz schönes Gemetzel dieses Viecher aus ihren Panzern zu puhlen.
Etwas fehl am Platze wirkte die Security, die in schwarzen Anzügen am Eingang patroulierte und grimmig blickte. Aber ich vermute bei den den Sicherheitsfirmen gibt es nur ein Standardangebot daß man buchen kann. Fünf Typen in schwarzen Anzügen mit Knopf im Ohr die grimmig gucken und auf alles aufpassen. Ganz egal was, Hauptsache rot und schützenswert, das können Flusskrebse sein oder der (Noch-)Bundeskanzler.

Das auf den Bildern da ist übrigens mein Lieblings-Flusskrebs gewesen. Ich hab ihn Günther genannt.
Ich hab ihn dann trotzdem gegessen.
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Dann war ja auch mal wieder Büchermarkt in Köln am Rheinufer und das Wetter hat sogar ein wenig mitgespielt. Auch die Antiquariate machen anscheinend schwere Zeiten durch, setzen aber in Zeiten von Pisa gekonnt aus Slogans, die beim Zielpublikum ankommen dürften.

Wer will heute schon einen Trend verpassen.
Gelegentlich geht man ja über so einen Büchermarkt und es entsteht der Eindruck ein bestimmter Autor wird von den Händlern besonders bedacht und angepriesen. Der Autor des heutigen Büchermarkts war A.J. Cronin, der mir auch irgendwie bekannt vorkam, von dem ich bis dato aber noch nichts gelesen habe. Gibt es von dem Herrn irgend etwas was man unbedingt gelesen haben sollte?
Wiedergefunden habe ich jedenfalls ein paar Erinnerungen an meine früheste Kindheit: Ein Märchenbuch aus dem Meisterverlag München aus der Reihe Kinderland Buchpaket. Leider wollte ich das angebotene nicht mehr, allerdings gab es in dieser Reihe eine Ausgabe des gestiefelten Katers, welche zu meinen ersten und liebsten Büchern gehörte. Wenn Sie diese Ausgabe besitzen sollten und bereit wären diese auch zu veräußern dann finden Sie in mir einen äußerst dankbaren Abnehmer.
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Und zu guter Letzt möchte ich noch Kind I von Frau Julie danken, welches in einer ziemlich konfusen Zeit erneut wieder weise und wahre Worte gesprochen hat.
Wenn das hier ein Radio wäre würde ich nun den folgenden Titel nur für Dich spielen:
People just ain’t no good
I think that’s welll understood
You can see it everywhere you look
People just ain’t no good




