
Heute widmen wir uns einem Werk aus der späten Renaissance des ausgehenden Jahres 2005. In einer Zeit der großen Depressionen, als es übel um das Land stand schickt uns der Künstler eine hoffnungsvolle Botschaft mit seinem Werk “Der Ossi verneigt sich in Demut vor dem Mann aus dem Westen”.
Man beachte die für diese Epoche eindeutige und klare Linienführung und die eindeutigen Kontraste zwischen Schwarz und Weiß. Schwarz, so will uns der Künstler sagen, ist die vorherrschende Farbe und signifikant für einen Trend in unserer Gesellschaft. Sie drängt das weiß immer mehr an den rechten Rand, aber es gibt Hoffnung!
Ausgedrückt durch die weißen Hemden der Protagonisten kündet uns der Künstler von einigen wenigen aufrichtigen Menschen in unsere Mitte, die das Weiß, die Farbe der Unschuld, auf ihrer Brust, an ihrem Halse tragen. Sie sprechen uns Mut zu, sagen uns ‘Wir verkörpern das Reine und Gute und streifen uns das Jacket des Kapitalisten lediglich über um gleich dem Lamm, das ein Wolfsfell trägt, ungeschoren in der Mitte der Abgründigen wandeln zu können.’
Wenden wir uns den beiden Hauptfiguren zu. Die Linke Figur steht aufrecht, hat den Blick fest auf den Horizont gerichtet. Was mag er dort erblicken? Die goldene Zukunft? Das Land von Milch und Honig? Oder einfach nur ein gut gebratenes Schnitzel? Auf alle Fälle merken wir ihm an, daß er mit den glasigen Augen etwas Wunderbares erblickt, sein Lächeln drückt aus: Das will ich haben!
Auch sein Kamerad scheint wieder Mut zu fassen, auch er lächelt doch ist sein Blick nicht in die Ferne gerichtet sondern hängt förmlich an dem Antlitz des Heilsbringers, der sich aufgemacht das Land vom Elend zu erlösen. Sein Rücken ist gebeugt, man sieht ihm an, er ist geknechtet von den Jahren großer Mühsal. Gleichzeitig senkt er aber auch sein Haupt in Demut vor dem Erlöser, wir wissen sofort wer hier Herr und wer Gefolgsmann ist.
Doch was ist das? Unbemerkt vom Erlöser, dessen Blick in der Ferne weilt, spitzt der Kamerad die linke Hand zu einer obszönen Geste. Wie bei Judas ahnen wir, hier kann Verrat im Spiel sein! Tief im inneren hegt der Kamerad vielleicht bittere Gedanken, hegt ein Rebellentum und es beschleicht uns das Gefühl, daß dies kein gutes Ende nehmen kann.
Abgerundet wird dieses grandiose Kunstwerk durch die simplen Worte “Die Linke” am untersten Rand. Offensichtlich hat der Künstler diese prophetischen Worte in einem Akt der bewußten Provokation an den Rand gedrängt um dem Betrachter noch einen letzten Schock zu versetzen.
“Die Linke” was haben diese Worte für einen bedeutungsschwangeren Sinn? Direkt im Anschluß schließt der Künstler mit einem grünen Preisschild um uns mitzuteilen ‘Auch das hat seinen Preis!’ Doch ist nicht grün auch die Farbe der Hoffnung?
Dieses bedeutende Werk wird mit Sicherheit noch auf Jahre stilbildend für die gesamte Kunstwelt und richttungsweisend für unsere gesamte Gesellschaft sein.
Zu sehen ist das Werk noch bis zum 18. September auf dem Freiluft-Kunstgelände der Bundesrepublik Deutschland.
Update 8.09.2005:
Auf Grund des große Erfolges wurde die Ausstellung vorzeitig geschlossen.