Archive for November, 2005

Selbsthaßwochen bei McScrewtape’s

Es ist kein Geheimnis, daß ich so meine Schwierigkeiten mit anderen Leuten habe. People just ain’t no good, um es mal wieder mit Nick Cave zu sagen. Doch von Zeit zu Zeit trifft es einen selbst wie ein Blitzschlag, daß man selbst auch nur einer davon ist und das kann einen dann schon in tiefe Depressionen stürzen.

Doch der Selbsthaß, der mich dieser Tage überkommt ist mittlerweile gar nicht mehr in Worte zu fassen. Man schwankt ständig zwischen der Versuchung zur Selbstverstümmelung und dem Wunsch sich in ein tiefes dunkles Loch zu verkriechen.

Und man stellt sich ständig die Frage: Wie konnte es soweit kommen. Ich schlurfe über die Weihnachtsmärkte, rieche die Lebkuchen, sehe die leuchtenden Kinderaugen und denke mir, daß ich wohl auch mal zu diesen Kindern mit den leuchtenden Augen gehört habe. Aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern wann das war.

Ich sehe die Leute, die Glühwein trinken, Pärchen, die Hände halten, zusamen lachen und gemeinsam die Weihnachtsdekoration kaufen und ich spüre nur, daß ich nicht dazu gehöre und vermutlich niemals dazu gehören werde. Man beginnt langsam ein Gefühl dafür zu entwickeln, weshalb sich so viele Leute um diese Jahreszeit umbringen.

Was aber so richtig nervt ist, daß sich das Ganze nicht in Gleichgültigkeit oder wenigsten Abneigung oder Zynismus manifestiert sondern in diesem elenden, grenzenlosen Selbsthaß und der Unfähigkeit die Ursachen zu ändern.

Gibt es da kein Mittel dagegen? Kann man das vielleicht irgendwie wegoperieren lassen?

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Um ein wenig auf den “Bild”-Sprecher Matthias Fröhlich einzugehen: Auch hier lohnt es sich vielleicht ein zweites Mal hinzugucken um den eigentlichen Zweck der Botschaft zu erkennen.

PS: Vielleicht mag ja jemand, der/die in Photoshop begabter ist als ich, die Kampagne fortsetzen?

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Nothing

Nothing

Meet Dave and Andrew: Seit ihrer Kindheit sind die Beiden die besten Freunde. Die Beiden ergänzen sich großartig, da Andrew ein eher introvertierter, ängstlicher Typ und Dave dafür um so extrovertierter ist. Unglücklicherweise sind die Beiden auch die größten Versager die man sich vorstellen kann.

Das Unglück beginnt damit, daß Dave aus dem gemeinsamen Haus unter einer Autobahnbrücke ausziehen und bei seiner Freundin einziehen will. Für Andrew, der eigentlich nie das Haus verlässt so ziemlich das größte Unglück, das passieren kann. Doc es kommt noch schlimmer.

Dave wird auf der Arbeit beschuldigt Unterschlagungen begangen zu haben, welche wie sich herausstellt von seiner Freundin begangen wurden, die wiederum nur mit ihm zusammen war um eben jene Unterschlagungen zu begehen. Damit wird es natürlich nichts mit dem Einziehen bei ihr.

Andrew wiederum schließt sich bei seinem ersten Versuch den Müll alleine rauszubringen aus, erleidet beinahe einen Nervenzusammenbruch und wird von einer kleinen Pfadfinderin gerettet, die ihn dann des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.

Schließlich taucht auch noch jemand von der Stadtverwaltung auf, der das kleine Haus unter der Autobahn abreisen lassen möchte. Die beiden stecken genau in der Situation, in der man sich wünschen würde, der Rest der Welt würde nicht existieren.

Und genau das passiert dann auch. Die gesamte Welt verschwindet, übrig bleiben nur das Haus, Dave, Andrew und Stan, die Schildkröte von Andrew. Und mit der Situation müssen die beiden (und Stan) jetzt zurechtkommen.

Zunächst versucht man erstmal das Nichts um das Haus herum zu erkunden und herauszufinden, ob möglicherweise noch andere Menschen existieren. Das führt zu einer überraschenden Erkenntnis: “Tofu. I’ve, I’ve never actually had it, but I think maybe this is what it would feel like to walk on it.” – “You’re right. The nothingness looks, feels and bounces like tofu… which, ironically, tastes like nothing.”

Im Anschluß halten die Beiden sich dann für Götter, aber nach einer Weile beginnt man sich auf die Nerven zu gehen und schließlich verschwindet mehr und mehr von dem Haus ins Nichts.

“Nothing” ist ein absurder kleiner Film, der eigentlich mehr wie ein Kammerspiel daher kommt. Die minimalistische Ausstattung (es ist schlichtweg Nichts da) würde jedem Regisseur zeitgenössischer Inszenierungen die Tränen in die Augen treiben und Parallelen etwa zu “Warten auf Godot” sind nicht von der Hand zu weisen.

Es ist in der Tat einmal angenehm einen Film zu sehen, der Nichts zum Inhalt hat, und dieses so unterhaltsam rüberbringt. Mit den meisten neueren Filmen ist es ja leider umegekehrt.

“Nothing” ist in Deutschland leider nicht im Kino angelaufen sondern nur auf DVD erhältlich.

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Thirtysomething

22/11/2005

Aus gegebenem Anlass und auf mehrfachen Wunsch. (Das ist auch ein Überdenschattenspringen. Bitte seien Sie gnädig.)

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