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Archive for January, 2006

Mein Körper spricht zu mir

Körper: Mike?

Mike(abwesend): Hm?

K: Kann ich kurz mal deine Aufmerksamkeit haben?

M: Jetzt nicht, bin beschäftigt.

K: Ist aber wichtig…

M: Was ist denn?

K: Ich fühl mich nicht so…

M: Dann reiß dich zusammen! Sei ein Mann!

K: Ich glaub es wär’ besser wir machen mal ‘ne Pause.

M: Geht nicht, ich hab’ zu tun.

K: Der Hals kratzt aber.

M: Hier nimm ein Bonbon und gib endlich Ruhe.

K: Danke. (lutscht) Ich glaub ich hab’ auch Fieber.

M: Was bist du nur für ein erbärmliches Weichei.

K: Bitte nicht in diesem Ton! Ich kann auch anders!

M: Erpressen lass ich mich schon mal gar nicht Freundchen.

K: Wirst schon sehen.

M: (Übergibt sich)

K: Na?

M: Was war denn das?

K: Das Frühstück würd’ ich mal sagen.

M: Ich hatte noch keines.

K: Oh. Mein Fehler.

M: Du Sau lässt das Fieber steigen um mich fertig zu machen.

K: Und ich kann noch ewig so weitermachen!

M: Also gut, Du hast gewonnen, wir machen heute krank.

K: Warum nicht gleich so?

M: Und jetzt?

K: Ich hab Hunger. Deine Mutter hat uns immer Tee und Zwieback gebracht wenn wir früher krank waren.

M: Es ist aber keiner da, der uns Tee und Zwieback bringt.

K: Du könntest eine heiße Hühnerbrühe machen.

M: Denkst Du das ist das Richtige? Ich meine mit Vogelgrippe und so?

K: Stimmt. Man muß ja vorsichtig sein heute.

M: Ich hab Zitronen hier und Rum. Ich könnte einen Grog machen.

K: Hilft das denn?

M: Klar, Schnaps hilft immer.

K: Na denn…

M: Prost!

K: Jetzt wird mir aber richtig warm.

M: Das muß so sein.

K: Jetzt könnt’ ich eigentlich schlafen.

M: Dann leg dich halt hin.

K: Und du, was machst du in der Zwischenzeit?

M: Ich schau mal bei Morpheus vorbei und frag ihn, ob er auch einen Grog will.

K: (im Halbschlaf) Grüß schön.

M: Mach ich. Bis später dann.

(Grog ist mir von allen Hausmitteln übrigens das Liebste. Und es hilft auch!)

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V for Vendetta

V for Vendetta

Eigentlich sollte diese Besprechung erst erscheinen, wenn der Film demnächst in die Kinos kommt, aber die aktuellen politischen Ereignisse vor Weihnachten (und eigentlich schon davor) ließen mich das Album schon ein wenig früher wieder herauskramen.

“V for Vendetta” spielt in der nicht all zu fernen Zukunft. Ein Krieg hat die meisten Kontinente ausgelöscht, zuerst verschwand Afrika, dann Europa. Einzig und allein England blieb verschont auf Grund seines geografischen Vorteils einer Insel. Dort hat sich ein faschistischer Staat etabliert, die Bevölkerung wird durch die staatlichen Institutionen “The Eye” und “The Ear” überwacht und mit Parolen von “The Voice” auf Linie gehalten.

Es git nur noch eine Partei die mit ihren Sicherheitsorganen die Ordnung sicher stellt - oder das was für das Oberhaupt der Partei, den “Leader” als Ordnung definiert ist. Diese Ordnung sieht eine strenge Norm vor. Wer dieser Norm nicht entsprach - Menschen anderer Hautfarbe, Homosexuelle und Andersdenkende wurde in ein Umerziehungslager gesteckt. Durch diese Maßnahme wurden die “Abartigen” größtenteils aus der Gesellschaft getilgt, wer sich noch bei unmoralischen Verhandlungen erwischen lässt muß mit den schlimmsten Konsequenzen rechnen.

So geht es auch der 16-jährigen Evey Hammond, die beim ihrem ersten Versuch sich als Prostituierte durchzuschlagen gleich an ein Mitglied der Geheimpolizei gerät. Damit ist ihr Schicksal eigentlich besiegelt, ihr Leben scheint verwirkt, als aus dem Schatten eine Gestalt mit Maske, breitkrempigen Hut und Mantel tritt und sie davor rettet von den Polizisten vergewaltigt und ermordet zu werden.

Der geheimnisvolle V ist die einzige Person, die es wagt sich gegen den Staat zu stellen und er ist auf einem Rachefeldzug. Über seine Vergangenheit erfährt der Leser recht wenig, er war in einem der Umerziehungslager, wo er der einzige Überlende eines grausamen Experimentes war.

V beginnt seinen Feldzug damit die Houses of Parliament in die Luft zu sprengen. Seine weiteren Angriffe richten sich gegen die führenden Persönlichkeiten des Staates, er tötet den Sprecher von “The Voice”. Ihrer wichtigsten Propaganda-Waffe beraubt beginnt die faschistische Regierung zu zerfallen.

Alan Moore hat “V for Vendetta” in den späten 80er Jahren kurz vor dem Fall der Berliner Mauer geschrieben. Er zeigt ein extrem düsteres Bild der Zukunft, ein Bild, das seine schlimmsten Befürchtungen einer politischen Zukunft für sein Land England zeigte. Es entstand in einer Zeit, in der viele Leute noch der Ansicht waren AIDS wäre eine Krankhet, die nur Homosexuelle bekommen würden. Eine Zeit, die geprägt war von Angst und Paranoia, sie entstand unter dem Einfluß des kalten Krieges.

Der kalte Krieg ist längst vorbei, die Angst und Paranoia sind geblieben, wenn auch aus anderen Gründen. Vieles was Alan Moore in seiner Geschichte skizziert ist Realität geworden, vielleicht nicht in dem Ausmaß wie in der Geschichte, aber in ihrem Kern. In den Staaten reicht die Begründung es gehe um die nationale Sicherheit aus um jegliche Bürgerrechte auszusetzen und längst werden nicht mehr nur die abgehört, die als Terroristen verdächtigt werden. Aus dem gleichen Grund gibt es uf Guantanamo ein Lager, in dem Menschen ohne Anklage und ohne Prozess festgehalten werden.

Und bei uns? Unsere Regierung unterstützt heimlich andere Geheimdienste bei fragwürdigen Aktionen, die gegen Werte verstoßen, die sie selbts so hoch propagiert. Einwanderungswillige müssen sich einem fragwürdigen Gesinnugstest unterziehen. Wie lange noch, bis sich auch die Bürger, die bereits Inhaber eines deutschen Passes einem solchen Staatsbürgertest unterziehen müssen?

Dies mag für Viele mit Sicherheit überzogen klingen, mancher mag die Maßnahmen vielleicht sogar mit dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis begründen. Womit wir exakt in dem Kreis aus Angst und Paranoia angekommen wären, der in “V for Vendetta” den politischen Hintergrund bildet. Wenn ich mir die politische und gesellschaftliche Entwicklung der letzten 5 Jahre anschaue bekomme ich eine Gäsnehaut und ich bin nahe daran ob der eigenen Ohnmacht zu verzweifeln.

“V for Vendetta” ist mehr als ambitionierte Unterhaltung. Im Vorwort der gebundenen Ausgabe schreibt der Zeichner David Lloyd “..it’s for people who don’t switch off the news”. Sehen Sie hin.

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Zwei Jahre

So jetzt ist es soweit: Screwtape’s wird zwei Jahre alt. Heute genau vor zwei Jahren wurde mit einer Referenz an das Singspiel “The Pirates of Penzance” der erste Eintrag für Screwtape’s geschrieben. Eigentlich war das nur ein Test.

Ne, stimmt eigentlich nicht. Wenn man es genau nimmt habe ich meine ersten Versuche mit dem was heute Screwtape’s wurde bereits vor knapp 6 Jahren gemacht, allerdings wenig zielgerichtet (haha, als ob sich das heute geändert hätte). Das Ganze hielt dann gute zwei Monate bevor mich die Motivation wieder verließ. Ich bin im Grunde nämlich ein extrem fauler Sack.

Auf die Idee hatte mich damals Joana gebracht, die schon so etwas ähnliches gemacht hatte, nur ohne Internet halt. Auf Papier mit Zeichnungen, Photos und so. Von Joana hab’ ich jetzt seit zwei Jahren nichts mehr gehört. Wie kommt das eigentlich, daß man einen Menschen, der einem so viel bedeutet plötzlich komplett aus den Augen verliert?

Jedenfalls wurde der nächste Versuch dann irgendwann im frühen Herbst 2003 gestartet, damals noch bei einem größeren Blog-Anbieter. Ziel war es zunächst einfach wieder zu schreiben. Und zwar mal wieder etwas wonach mir der Sinn stand, etwas wo ich mein Herzblut reingesteckt und vielleicht auch mit vergossen habe.

Doch ziemlich schnell wurde mir der eigene Anspruch zu viel und ich dachte mir, pfeif auf die Qualität und schreib was dir in den Sinn kommt. So ist dann das daraus geworden, was Sie heute vor sich haben.

Aus dem Experiment bei blogger.de hatte ich teilweise die bittere Erfahrung gemacht, daß nicht alles was man so schreibt, bei jedem auch gut ankommt. Teilweise nahmen die verbalen Abneigungsbekundungen von einigen der frühen Leser recht extreme Formen an, die ich hier gar nicht mehr wiederholen möchte. Lassen Sie mich nur so viel sagen: Einigen der Kommentatoren würde ich gerne nahe legen einen Sexual-Therapeuten aufzusuchen.

Aus diesem Grund habe ich auch gute 7-8 Monate darauf verzichtet bei Kommentaren in anderen Blogs meine URL anzugeben. Ich kann mit Kritik ehrlich gestanden manchmal schlecht umgehen. Überhaupt nicht gelesen zu werden ist aber dann auch nicht mehr so toll und irgendwann hab’ ich die URL dann doch mal irgendwo eingetragen. Ich weiß nicht mehr genau wo, ich glaube aber fast, es war in einem Kommentar bei der Frau Gröner oder so.

Auf die Domain screwtapes.de bin ich dann auch erst nach 4 Monaten umgezogen. Irgendwie schien mir eine eigene Domain notwendig zu sein. Damit ist dann auch der endgültige Titel entstanden. Die wirklich guten Domain-Namen waren schon vergeben und mir fiel nicht wirklich was ein. Das erste Buch das mir dann in die Hände fiel waren die “Screwtape Letters” von C.S.Lewis und damit war dann auch der Name gefunden. Absolut unspekatulär.

Ein eigenes Erscheinungsbild mußte natürlich auch noch her, was Originelles aber schlicht sollte es sein. Geklaut habe ich dann das grundsätzliche Layout bei McSweeney’s habe ich mich dann zum jetzigen Layout inspierieren lassen. Das Bild oben im Kopf stammt übrigens aus einem meiner ältesten Bücher, ein italienischer Katalog aus dem Jahr 1764. Da hatte ich das gute Gefühl, daß niemand mehr Urheberrechte daran hat. Das ist ja heute auch schon ein wirkliches Problem.

Inhaltlich wollte ich zunächst hauptsächlich ein paar selbst geschriebene Kurzgeschichten präsentieren. Wenn Sie mal die Archive durchklicken, werden Sie feststellen, daß es keine einzige bisher hierher geschafft hat. Stattdessen benutze ich diese Plattform ausgerechnet als Ventil, wenn gar nichts mehr geht. Wenn die Verzweiflung mit langen schwarzen Haaren in der Ecke steht, mich anfunkelt und brüllt: Du bist nichts wert, Du bistnur Abfall. Wenn mir die Einsamkeit die Schnapsflasche reicht. Wenn die alltägliche Absurdität auf einem Bein um mich herumhüpft.

Außerdem nutze ich es, um meinen persönlichen Kultur-Imperealismus zu betreiben, um der Welt die Dinge anzupreisen, die ich mag. Comcis, Bücher, Filme.

Womit ich dann auch bei einem Ausblick für die Zukunft wäre. Mehr als einmal habe ich in den vergangenen zwei Jahren darüber nachgedacht das hier alles abzubrechen. Manchmal, wenn die Schwarzhaarige zu laut oder zu leise wurde, habe ich mich gefragt, wozu das Ganze. Wenn mich wieder einmal eine besonders konstruktive Kritik von einem weniger geneigten Leser erreichte, dachet ich mir, das muß ich mir nicht antun.

Dann gibt es aber auch wieder die Mails, die einem wieder zeigen wozu es sich lohnt. Ein paar mal gab es schon ein Päckchen von Amazon, das war dann besonders nett, obwohl ich ein wenig ein schlechtes Gewissen habe, weil ich mich bei den Leuten nach meinem Gefühl nihct angemessen bedankt habe. Wenn man feststellt, daß man verlinkt wurde, daß man zitiert wurde. Seltsamerweise kamen gerade die Texte gut an, die mir nicht sonders wichtig waren, die Dinge in die ich tatsächlich oben zitiertes Herzblut investiert hatte wurden hingegen kaum beachtet.

Mein größtes Highlight in den vergangenen zwei Jahren war es, als bei Blogread einer meiner Texte vorgelesen wurde. Einen eigenen Text vorgelesen zu bekommen ist schon ein seltsames Gefühl. Das Dämlichste was ich vermutlich in der ganzen Zeit gemacht habe, war mein Bild an meinem letzten Geburtstag zu veröffentlichen. Hat es doch dazu geführt, daß mich in der Kölner U-Bahn jemand wieder erkannt hat. Die Begegnung verlief für mich gelinde gesagt eher irritierend. Sollten Sie mich also auch mal erkennen, dann sprechen Sie mich lieber nicht an. Das Bild habe ich trotzdem drin gelassen, wenn man Blödsinn macht, dann soll man dazu stehen.

Es wird also noch ein Weilchen weiter gehen hier. Trotz der Beschwerden ich würde das ganz persönliche Google einiger Nutzer mit meinem Müll verstopfen. Ich schreibe nicht für euch, ich schreibe in erster Linie für mich selbst. Klingt abgedroschen, ist aber so. Ich will auch niemanden nachäffen oder kopieren. Ich will hier gelegentlich einfach nur der sein, der ich sonst nicht sein kann.

Es wird hier hoffentlich bald einige optische und funktionale Veränderungen geben. Das lange angekündigte Gästebuch kommt vermutlich bald, an einem anderen Layout bastele ich auch gerade ein wenig. Was die Zeit halt so hergibt.

Inhaltlich bleibt alles beim alten und wird doch wieder komplett anders werden. Ich will noch einiges ausprobieren, bin noch auf einiges neugierig.

It’s over now, I’m cold, alone
I’m just a person on my own
Nothing means a thing to me
Nothing means a thing to me….

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Einen hab’ ich noch

Das hier muß ich noch nachschieben, dazu kam ich gestern nicht mehr.

Das Problem, daß manche Leute, Personen oder Institutionen davon überzeugt sind die Rechte an bestimmten Namen und auch noch deren ausschließlich zu haben, scheint ja fast schon so alt wie die Menscheit zu sein.

1946 machten sich die Marx Brothers auf einen kleinen bescheidenen Film zu drehen, der den Titel “A Night in Casablanca” tragen sollte.

Darauf wurden dann ein paar andere Brothers aufmerksam, und zwar die von Warner, die daraufhin ziemlich erbost waren. Die Warner Brothers hatten nämlich ein paar Jahre zuvor einen anderen Film gemacht, der hieß einfach nur “Casablanca”, war nicht mit so großen Künstlern wie Groucho Marx besetzt und war ansonsten auch eher nur mäßig.

Aus der Tatsache, daß die Warner Brothers jetzt ein paar Jahre früher dran waren als die Marx Brothers leiteten die Gebrüder Warner dann den fiebrigen Irrglauben ab sie wären fürderhin die einzigen, die den Begriff Casablanca zu verwenden berechtigt wären und drohten damit die Gebrüder Marx vor das Gericht (in Bremen?) zu zerren, sollten diese den Film unter dem angekündigten Titel herausbringen wollen.

Was macht man nun wenn einem in so einem Fall die juristische Pistole bereits auf die bleiche, unbehaarte Brust gesetzt wurde? Genau, der von mir so sehr geschätzte Groucho Marx schrieb einen Brief an die Gebrüder Warner um sich ob des offensichtlichen Unwissens, bezüglich der Rechte an dem Wort Casblanca, zu entschuldigen und einige Missverständnisse aus der Welt zu räumen.

It seems that in 1471, Ferdinand Balboa Warner, your great-great-grandfather, while looking for a shortcut to the city of Burbank, had stumbled on the shores of Africa and, raising his alpenstock (which he later turned in for a hundred shares of common), named it Casablanca.

Ah, welch gebildete, eloquente Wortwahl der gute alte Captain Spaulding doch an den Tag zu legen wusste. Ich liebe es ™.

Warner hingegen schien sich mit der Antwort nicht ganz zufrieden geben zu wollen und lieferte sich noch einen kleinen schriftlichen Schlagabtausch mit Groucho. Der Film “A Night in Casablanca” kam dann im Jahre 1946 mit unverändertem Titel in die Kinos.

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