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Archive for September, 2006

Dear Steve Jobs,

ich muss gestehen, ich verstehe Apple dieser Tage nicht mehr. Musste ich doch diese Woche lesen, daß Ihre Firma die alleinige Verwendung des Begriffes “Pod” für sich beanspruchen will und daß die Anwälte schon los gelaufen sind.

Zuerst werden Blogger verklagt, weil sie mit ihren Vermutungen ins Schwarze getroffen hatten und Sie vermutet haben, sie würden Insider Infos erhalten und jetzt das. Sie glauben, daß zukünftig jeder, der den Begriff Pod in irgendeiner Verbindung verwenden will von dem Erfolg Ihres iPod profitieren will. Meines Wissens wurde der Begriff aber schon anno 99 in dem Film eXistenZ verwendet. Und wenn ich noch weiter graben würde, dann denke ich, daß ich in einschlägiger Literatur noch auf mehr Beispiele stoßen würde.

Apple war immer eine großartige, kreative Firma, die die kleinen Dinge gesehen habe, die den anderen entgangen sind. Worin nun aber die kreative Leistung bestehen soll, vor einen existierenden Begriff noch ein i zu setzen, das entgeht mir vollkommen. Apple war immer eine Firma, die auf Grund ihres Auftretens einfach “cool” war. Das ist aber einfach nicht cool.

Tatsächlich ist Apple in den letzten Jahren immer uncooler geworden. Apple war nicht nur kreativ, sondern hat auch viele Menschen zur Kreativität beflügelt. Nun muß ich mir überlegen, ob ich vielleicht beim Ausleben meiner Kreativität die Markenrechte von Apple verletze.

Der iTunes Store ist ein geschlossenes System, das Wort propriäter kommt einen in den Sinn. Apple ermöglichst es anderen Anbietern, wie z.B. Napster oder Musicload derzeit nicht ihr Angebot für den iPod zur Verfügung zu stellen. Daß diese Shops ein DRM verwenden, das nicht kompatibel ist zum iPod ist nämlich nicht ihre Entscheidung sondern ein äußerer Zwang durch die Labels (andere traurige Geschichte), die ein DRM verlangen, welches “sicher” ist und Microsoft hier leider die einzige Alternative zu Apple darstellt.

Apple schafft sich ein künstliches Monopol und versucht anscheinend hier die Marktbedingungen alleine zu kontrollieren. Und zur Erinnerung, dies ist das, wofür wir Microsoft immer gehasst haben und wir haben Apple geliebt, weil es genau das nicht getan hat.

Geschätzter Mr. Jobs, ich habe immer bewundert, wie Sie mit Technologie umgegangen sind und über welche Innovations- und Imaginatiosnkraft Sie verfügen. Ich bin nun schon über lange Jahre ein treuer Apple-User, habe mir einen der ersten iPods gekauft, die jemals in Deutschland zu haben waren und erst vor zwei Monaten habe ich mir ein nagelneues Macbook zugelegt. Das Großartige an einem Mac war und ist immer noch, daß man total vergisst, daß man gerade einen Computer benutzt. Es ist irgendwie wie Fahrad fahren.

Doch solche Aktionen wie in dieser Woche trüben die Freude doch erheblich. Ich benutze meinen Mac immer noch gerne, doch mittlerweile habe ich ein schales Gefühl dabei im Mund. Es ist irgendwie, wie Bananen beim Discounter zu kaufen. Sie sind billig und schmecken gut, aber tief im innern weiß man, daß man Bauern in Südamerika dafür ausgebeutet werden.

Ich hoffe Apple kehrt wieder ein wenig mehr zu seinen Wurzeln zurück und ist erfolgreich weil es die kleinen Dinge sieht, die allen anderen entgehen und nicht weil es Wettbewerber ausschließt oder verklagt um sich Konkurrenz vom Leib zu halten.

Einstweilen verbleibe ich mit gesunkenem Respekt und ein wenig Enttäuschung,

Ihr nicht mehr ganz so ergebener,

Mike Screwtape

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V.i.P. Party

Meinem neuen Arbeitgeber hatte ich es zu verdanken, daß ich gestern zum erstenmal seit fast 8 Jahren wieder in Berlin war und zwar nur für einen Abend um auf eine V.i.P. (aber sowas von V.i.P. Party der Popkomm zu gehen. Ist das nicht dekadent nur für eine Party nach Berlin zu fahren?

Ich habe mich dort jedenfallls so wohl und ideal platziert gefühlt wie ein Pinguin in der Wüste. Einen großen Teil der Leute kannte ich vom sehen aber rein namenstechnisch konnte ich die meisten nicht zuordnen. Die Buben von Tokio Hotel waren da, vermutlich würden mich sämtliche weiblichen, pubertierenden Teenager Deutschlands um die Nähe beneiden die ich zu den jungen Männern genießen durfte.

Ich war ihnen so nahe, ich hätte sie anspucken können. Allein meine gute Erziehung und die Furcht von ihren Bodyguards hielten mich davon ab. Abgesehen davon hab’ ich ja eigentlich nichts gegen die Jungs und spucken tue ich grundsätzlich nicht.

Silbermond waren auch da, die erschienen mir übrigens bei weitem sympathischer als Tokio Hotel und kamen auch ohne Bodyguards.

Meine Kollegen ließen sich mit so ziemlich jedem fotografieren, der bei drei nicht am Prosecco-Stand war. Ich habe freundlich ein paar Hände geschüttelt und grüßend genickt, mit ein paar Leuten gesprochen, die ich kannte und ansonsten am aufgebauten Stand 5 Currywürste verdrückt und dabei meinen Anzug voll gekleckert.

Außerdem habe ich in einem anflug von Frustration meine 7-Monatige Trockenzeit mit ein paar Gläsern Rotwein und Gin-Tonic beendet. Hat sich heute früh als keine gute Idee herausgestellt. Lasse Sie es mich so ausdrücken: Ich weiß nun warum mir mein Arzt geraten hat keinen Alkohol zu trinken, solange ich noch Medikamente nehme.

Was mir heute bleibt ist ein ausgewachsenes seelisches Tief, eine dezent sureale Erinnerung und Zweifel ob die Entscheidung für den neuen Job die richtige war. Den Alten aufzugeben war sicherlich richtig, den neuen zu wählen wird sich sicherlich noch herausstellen, zurück geht jetzt sowieso nicht mehr.

Ich glaube ja wie jedes Kind, die Dinge sind aus Zucker
Unsichtbare Finger zausen mir durch Kopf und Haar

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Aufstehn

Man schmeisst mit Stöckchen nach mir, was ich grundsätzlich eigentlich nicht mag. Hier wollen wir aber mal eine Ausnahme machen und die gewünschten Fragen beantworten.

1. Wann stehst du zur Arbeit auf?
Komplizierte Frage. Bedingt durch meinen derzeitigen Job variiert das sehr und richtet sich nach den Wünschen von Kunden. So kommt es durchaus mal vor daß ich mich schon mitten in der Nacht um fünf Uhr aus dem Bett quälen muss. Wenn sich die Möglichkeit ergibt bleibe ich aber auch schon mal bis halb neun liegen.

Erschwerend kommt hinzu, daß ich immer wieder mal von unsäglicher Insomnia geplagt werde, dann kann es auch durchaus mal vorkommen, daß ich schon um vier auf den Beinen bin. Das sind dann die weniger guten Tage.

In der letzten Zeit hat sich aber ein recht konsequenter Rythmus zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr eingependelt.

2. Stehst Du rechtzeitig auf oder bleibst Du bis zur letzten Minute liegen?
Aufstehen ist für mich eine Qual also bleibe ich liegen so lange es geht. Wenn ich in Hotels übernachte versuche ich mich an die Welt da draußen mit einer halben Stunde Frühstücksfernsehen zu gewöhnen, zu Hause habe ich keinen Fernseher im Schlafzimmer.

3. Wie viele Wecker hast du?
Drei. Zwei stehen direkt neben dem Bett, einer soweit davon entfernt, daß ich gezwungen bin aufzustehen. Die einzelnen Wecker sind jeweils mit einem zeitlichen Unterschied von 10 Minuten gestellt.

In Hotels lasse ich mich für gewöhnlich von einer Mischung aus Weckdienst, Handy-Alarm und Reisewecker wecken.

Ironischerweise brauche ich eigentlich überhaupt keinen Wecker, da ich - Insomnia - ohnehin immer von alleine auf Wache. Wenn ich Abends aber keine Wecker stelle kann ich nicht einschlafen.

4. Machst Du Frühsport?
Haha, der war gut.

5. Frühstückst Du? Wenn ja, was?

Wenn ich im Hotel bin, dann nutze ich meistens das reichhaltige Buffet. Ich beschränke mich dabei aber meistens auf etwas Grünzeug, Obst, Käse und dunkles Brot mit Margarine. Dazu gibt es grünen Tee.

Ansonsten frühstücke ich was der Bäcker auf dem Weg so her gibt, meistens ein Croissant. Am Wochenende wird aber meistens richtig hingelangt, da gibt es eine 4-Stunden Zeremonie mit Eiern, Orangensaft, Aufschnitt, Obst, Käse, Marmelade usw. Dazu wird die Zeitung von vorne bis hinten durchgelesen.

6. Wie fährst Du zur Arbeit?
Hängt auch wieder davon ab wo ich gerade bin. Montags in der Regel mit dem Zug erstmal zum Kunden. Dann geht es je nach Lage mit dem Taxi, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiter. Ab und zu bin ich auch mal auf Flugzeuge angewiesen, das Gott sei dank seltener.

So und nun mache ich folgendes: Ich drehe mich dreimal im Kreis, werfe das Stöckchen in die Luft und mache einen Schritt zurück. Hoffentlich fällt es mir nicht auf den Kopf. Wer mag kann es fangen.

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Genervt

Ok. Ich bin angefressen, tierisch sauer, extrem wütend und leicht genervt. Sie können mir folgen?

Ich will also umziehen, was für jemanden wie mich immer einen erhöhten Stressaufwand bedeutet. Ich meine wirklich hoch. Stellen Sie sich ein Familienfest vor, ein großes mit ihren 50 nervigsten Verwandten.

Alle Verwandten im gebärfähigen Alter habe ihren ach so süßen Nachwuchs dabei, alles im Alter zwischen 3 und 10 Jahren und die Hälfte davon richtige Arschlochkinder. Von der Sorte, bei der man denkt ein paar hinter die Löffel würde mal echt was nützen (nicht daß ich jetzt dafür wäre Kinder zu prügeln, aber sie verstehen was ich meine).

Parallel dazu darf man sich die Geschichten der älteren Verwandschaft über Wasser in den Beinen, Gicht- und Prostatabeschwerden anhören, während man fachmännisch über Lokal- und Bundespolitik diskutiert und zu dem Schuß kommt, das früher alles nicht so schlecht war oder so ähnlich.

Nun multiplizieren sie dieses Gefühl mit fünf, achwas, mit 10 und sie haben einen ungefähren Eindruck was ein Umzug für mich an Streß bedeutet. Unter gewöhnlichen Umständen, aber da ich ja ich bin können die Umstände gar nicht gewöhnlich sein. Ich musste die neue Wohnung schon zum 01.09. anmieten, aber der Hauseigentümer (Bauverein!) sieht sich bis heute nicht dazu genötigt einen Termin für die Übergabe zu treffen. Eigentlich sollte mich das nicht wundern, wenn man bedenkt welche Mühe ihnen die Übersendung des Vertrages gemacht hat.

Ich kann also noch nicht in meine neue Wohnung und einen Plan für eine neue Küche machen, die noch benötigt wird, geschweige denn das notwendigste schon einmal in die Wohnstätte zu schaffen. Vom kompletten Umzug wollen wir mal gar nciht reden.

Um den Stressfaktor zu minimieren sucht man sich eine Firma, die den Umzug für einen erledigt. Geplant ist der 15./16.09. also schon bald, aber statt einer Bestätigung ruft man mehrfach an, z.B. um sich zu erkundigen ob das Packmaterial am Ort der Hinzugs oder am Ort des Wegzugs benötigt wird. Klar, bringen sie es in die neue Wohnung, wenn wir den Krempel dann rüber geschafft haben kann ich die Bücher auch dort in die Kisten packen.

Auch die Suche nach einem Nachmieter gestaltet sich nciht ganz einfach. Aus Überzeugung (und aus Geiz) habe ich nämlich nicht im Kölner Stadtanzeiger inseriert, weil die für drei läppische Zeilen 65 Euronen haben wollten. Im Preis inbegriffen ist dafür dann aber auch der Fettdruck des ersten Wortes der ersten Zeile, also überlegen sie es sich gut.

Ha, denke ich, es gibt ja Internet und tausend Kleinanzeigenmärkte. Also flugs in einem halben Dutzend davon inseriert, die Reaktion darauf ist aber gelinde gesagt spärlich. Und denen, die sich darauf gemeldet haben von hier aus noch einmal der kleine Hinweis: Ich bin nicht der Vermieter, es nützt überhaupt nichts mit mir über den Preis verhandeln zu wollen, da ich den Preis nicht mache. Und teuer ist relativ, das ist die Kölner Innenstadt und nicht die Uckermark. Doh!

Wenn bei Ihnen also das Bedürfnis nach einer schnuckeligen kleinen 50 qm Wohnung, mit 2 Zimmern, Küche, Bad und romantischem Ausblick auf einen zugemauerten Hinterhof besteht, dann fühlen sie sich frei, mich zu kontaktieren.

Warum, so frage ich mich in den letzten Stunden immer wieder, warum zum Teufel wollte ich eigentlich umziehen? Ach ja:Neuer Job.

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