Archive for October, 2006

And they just keep coming…

Heute wollen wir mal wieder eine kleine Lektion in Sachen öffentlicher Demütigung lernen. Mittlerweile ich den “Gilmore Girls” mittlerweile dermaßen hoffnungslos verfallen, daß ich nach dem Ende der ersten Staffel direkt zur zweiten Staffel wechseln musste, nur öffentlich zugeben würde ich das nie.

So kommt also der Samstag und ich stecke in der Klemme: Bei Amazon bestellen würde bedeuten, daß ich mindestens bis Montag, möglicherweise gar bis Dienstag warten müsste bis mir die zweite Staffel zugeschickt würde. Imörtliche Elektromarkt zu kaufen würde bedeuten, daß ich dazu stehe kitschige Frauenserien nicht nur zufällig anzusehen, sondern sie mir auch noch bewusst auf DVD zu erwerben.

Hilft alles nichts, bis Dienstag kann ich eines Falls warten, also unauffällig die Box aus dem Regal holen, zur Kasse gehen, schnell aufs Band legen, EC-Karte dazu und hoffen, daß die Kassiererin und die anderen Kunden nicht an meiner Männlichkeit zweifeln. Ich hätte sicherheitshalber noch einen Vin-Diesel-Film dazulegen sollen. Da nimmt das Unglück seinen Lauf.

Die Kassiererin sieht auf die Box, hebt die Augenbrauen, sieht auf meine EC-Karte, sieht mich an, sieht auf die Box und sieht wieder mich an und das alles in einem Tempo, daß die anderen Leute in der Schlange schon interessiert versuchen mitzubekommen, was hier vor sich geht.

Kassiererin: Kann ich mal ihren Ausweis sehen?
Mike (nervös): Wieso?
Kassiererin: Oder auch den Führerschein…
Mike: Ich bin schon 18!
(ich kann nicht glauben, daß ich das tatsächlich gesagt habe)
Mike: Eigentlich bin ich sogar schon fast zweimal 18!
Kassiererin: Ich brauche den Ausweis…
Mike: Da steht außerdem drauf ‘Ab sechs Jahren’ und es ist ja wohl eindeutig, daß ich schon älter als sechs bin. Ich meine wieviele Sechjährige haben schon einen Bart?
Kassiererin (genervt): Wenn Sie mit Karte zahlen wollen brauch ich einen Ausweis!
Mike: Oh…Ok, also äh, habe ich hier…

Und als ob ich mich 5 Minuten vor Ladenschluß noch nicht genügend gedemütigt hätte mache ich mich auch noch auf den Weg in eine Apotheke. Meine Erkältung hält sich sehr hartnäckig.

Mike: Guten Tag (bemitleidenswertes Husten)
Apothekerin: Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?
Mike: Ich hätte gerne eine Flasche Wick Medinait
Apothekerin: Eine kleine oder eine große?
Mike: Was kostet denn die große?
Apothekerin: 12Euro50
Mike: Und wie groß ist denn groß?
Apothekerin: Das sind 180 ml
Mike: Was würde das denn auf einen Liter gerechnet kosten?
Apothekerin: Sie wollen einen Liter kaufen?
Mike: Nein, ich wollte bloß wissen…
Apothekerin: Es ist zwar relativ harmlos, sie sollten trotzdem nicht zuviel davon nehmen.
Mike: Ich wollte ja bloß..also… ich, äh, nehm dann die große Flasche.
Apothekerin: Macht dann 12,50
Mike (im Versuch sich zu erklären): Ich bin sehr krank.
Apothekerin: Offensichtlich…

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Zwischenstand

Der aktuelle Zwischenstand zur Einrichtung der neuen Wohnung beträgt 1:1. Die Wohnung wehrte sich bis zur Halbzeit erfolgreich gegen das Aufhängen normgerechter Gardinenstangen, ein grobes Foul verursachte die Küche mit einer nachträglichen Änderung ihrer Maße (ich HATTE sie genau ausgemessen). Derzeit findet eine kurze Spielunterbrechung wegen einer regelwidrigen Erkältung des neuen Bewohners statt (und immer noch niemand da der michbemitleidet und mir einen Erkältungstee kocht).

***

Mit Bedauern muß ich feststellen, daß man in Darmstadt wenig von einem Ladenschluß um 20.00h hält. Einkaufsmäßig fehlt mir Köln sehr. Kinomäßig auch. Museumsmäßig ebenfalls. Und überhaupt…

***

Ich gebe offiziell zu in Bezug auf Serien zum Mädchen geworden zu sein. Vor geraumer Zeit schwärmte mir eine Freundin von den “Gilmore Girls” vor und ich habe es verächtlich als Frauenserie (was es ja eigentlich auch ist) abgetan. Vor geraumer Zeit habe ich nun die erste Staffel in die Hand bekommen und komme nicht mehr davon los.

Hach es ist ja sooo schön. Hat jemand von euch Mädels schon die zweite Staffel? Wollt ihr nachher rüber kommen? Wir könnten gemeinsam ein paar Folgen schauen, Schokolade und Eiskrem essen und anschließend lackieren wir uns gegenseitig die Zehennägel…

Mein persönlicher Held und offizielles neues Leitbild ist Michel:

“Michel?”
“Yes?”
“The phone!”
“It rings”
“Well could you answer it?”
“No, people keep being particular stupid today!”

***

Mit den folgenden Aussagen werde ich mir Feinde machen, aber das ist vermutlich der Preis dafür, daß man offen seine Meinung sagt.

Ich werde Michael Schuhmacher nciht vermissen. Ohnehin habe ich die Formel 1 nie verstanden, was ist so interessant Leuten dabei zuzusehen 2 Stunden lang im Kreis zu fahren?

Ich habe den ganzen Zirkus auch immer für ein gesellschaftlich praktiziertes Paradoxon gehalten: Da wird dem einfachen Bürger in der Woche wegen Smog-Alarm untersagt unter der Woche mit seinem Wägelchen zur Arbeit zu fahren (was ich grundsätzlich auch begrüsse: Fahren Sie Fahrad oder nehmen Sie wenn möglich den Bus) und am Wochenende wird an einem Nachmittag in den unpraktischsten Autos der Welt mehr Sprit verbraucht als der Fuhpark einer mittleren Kleinstadt an einem Tag benötigt (schätze ich jetzt mal und stelle das so als Wahrheit hin, das nennt man die manipulative Macht des Faktischen).

Außerdem kann ich es nicht mit ansehen, wenn erwachsene Männer mit Schnauzbart darüber weinen, daß ein Mann mit sehr großem Kinn aufhört mit seinem Auto im Kreis zu fahren. Himmel, ich versteh’ es einfach nicht!

***

Also Herr Schmidt, ich bin ein großer Bewunderer von Ihnen. In einem Ihrer älteren Programme haben Sie einmal beschrieben wie man geschmacklose Witze den Anstrich von Intellektuelität geben kann in dem man nach dem Erzählen den Satz fallen lässt “Hab ich von Billy Wilder gehört”. Genau so kann man heute Witze über Nazis, Ossis, Polen, Frauen und andere Randgruppen machen wenn man hinterher nur sagt “hat der Schmidt neulich Abend erzählt” und selbst die politisch korrektesten Intellektuellen werden sich ein verkrampftes Schmunzeln nicht verkneifen können.

Aber das Fernsehen revolutioniert? Warum gibt es dann noch den Musikantenstadl? Wieso wird die Schwarzwaldklinik wiederholt? Weshalb bekommt Uschi Glas noch Rollenangebote?

Machen wir uns nichts vor Herr Schmidt, das Fernsehen heute ist in einem schlimmeren Zustand als es jemals war und Sie haben absolut nichts damit zu tun. Und darauf sollten Sie stolz sein. Ihre Sendung ist die letzte sichtbare Spitze des untergehenden Atlantis im tosenden Meer, sie wird Atlantisaber nicht vom untergehen abhalten.

Zu behaupten Sie hätten des deutsche Fernsehen revolutioniert wäre als ob man sagen würde Mr. Bush jr. hätte die Demokratie in den Irak gebracht. Und unter uns: Ich finde ja Brecht wird überbewertet.

***

Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

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Kinobesuch

Ich sehe schon, man macht es mir nicht leicht hier. Soeben komme ich aus dem Kino.

Da ich direkt nach der Arbeit ins Kino bin und ein wenig hungrig war, wollte ich aus dem reichhaltigen Nahrungsangebot des Kinos schöpfen. Die Verkäuferin linste mich schon recht feindselig an, als ich auf den Tresen zuging. Vermutlich war sie der Ansicht, daß nur Psychopathen ins Kino gehen, wenn gleichzeitig ein Länderspiel ist.

Mike: “Tag, ich hätte gerne eine Packung Chips”
Verkäuferin (genervt): “Chips gibt es keine mehr”
Mike: “Aber da stehen doch noch welche” (deutet auf das Regal hinter der Verkäuferin)
Verkäuferin (nimmt einen Zug von ihrer Zigarette): “Sind keine Chips, sind Chippinos”

Hoi, denke ich mir, hier war aber jemand auf der höheren Verkaufsschule und hat das Seminar “Servicedienstleistungen für Anfänger und solche die es werden wollen” besucht.

Mike: “Dann nehme ich die Chippinos und…”
Verkäuferin: “Einsfuffzich!”
Mike: “…und einen Becher Eistee”
Verkäufern: “Eistee gibt es nicht mehr.”
Mike (versucht das Logo auf dem Zapfhahn zu identifizieren): “Ich meinte natürlich Nestea Peach” (man lernt ja dazu)
Verkäuferin: “Gibt es nicht mehr”
Mike: “Ja, also ich hätte gerne das aus dem Zapfhahn mit dem Pfirsich darauf” (das dürfte andere Produktbezeichnungen ausschließen)
Verkäuferin: “Sind sie schwer von Begriff? Ich habe es ihnen schon zweimal gesagt: WIR – HABEN – KEINEN – EISTEE – MEHR!”

Also hier hat man den Servicegedanken und die Kundenfreundlichkeit bis in die letzte Faser verinnerlicht.

Mike: “Verzeihung, ich dachte wegen der Chips…”
Die Verkäuferin blinzelt feindselig.
Mike: “Also ich nehme dann das da”
Ich zeige auf den erst besten Zapfhahn. Zu meinem Glück habe ich eine Zitronenlimonade erwischt.
Verkäuferin: “4 Euro”
Ich gebe einen 5-Euro Schein und sage “Stimmt so.” Bloß schnell weg.

Am Rande sei übrigens bemerkt daß “The Black Dahlia”, besser ist als die ganzen Kritiken.

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Ortswechsel

So, jetzt ist es geschehen. Ich bin weg aus Köln. Der Grund ist, ich habe es schon das eine oder andere erwähnt, ein neuer Job. Ich habe es mir nicht leicht gemacht mit der Entscheidung. Vieles hat dagegen gesprochen, einiges dafür. Der mit dem Job verbundene Umzug hat es mir dann auch besonders schwer gemacht.

Ich habe jetzt knapp 6 Jahre in Köln gewohnt und nach einer anfänglichen Abneigung hat sich dann letztendlich doch eine gewisse Verbundenheit zu der Stadt mit der großen Dorfkirche entwickelt. Andererseits habe ich dann ja nicht viel davon gehabt.

Wie ich mich hier schon des öfteren bitterlich beklagthabe, hat es meine alte Arbeit so mit sich gebracht, daß ich ständig unterwegs war und die meiste Zeit in Hotels verbracht hat. Viele die mich kennen und wissen, was für Hotels das waren, fragen mich, was ich mich denn beklagen würde. Die Hotels hatten meistens einen gehobenen Standard.

Aber versuchen Sie mal über mehrere Jahre nur in Hotels zu wohnen und ich garantiere Ihnen, Sie werde irre. In den Jahren vor dem Hotel Leben bin ich fast jedes Jahr einmal umgezogen. Ich habe studiert, habe Praktika gemacht, hatte ein Stipendium, bin vor Problemen davon gelaufen und um es ganz ehrlich zu sagen, ich wusste nicht genau was ich wollte.

Aber nun bin ich müde geworden immer nur zu laufen, sehr müde. An manchen Tagen bin ich so müde, daß ich ohne Schlaftabletten nicht schlafen kann. Als ich dann das Angebot bekam war es sehr verlockend und so habe ich schließlich angenommen.

Ich habe die rheinische Metropole gegen die hessische Provinz getauscht und bin nach Darmstadt gezogen. Einwohner dieser Perle Südhessens mögen es mir nachsehen, aber die Stadt ist für mich ein echter Kulturschock. Ich meine ist es denn zuviel verlangt, daß ein Geschäft um 18.30h noch geöffnet hat? Daß es einen Bäcker gibt, den man Sonntags früh in annehmbarer Zeit zu Fuß erreichen kann?

Und was ich bereits jetzt schmerzlich vermisse ist mein geliebtes Metropolis in Köln. Wenn man erst einmal angefangen hat Filme im Original zu sehen, ist es schwer wieder auf die synchronisierten Fassungen zu wechseln. Klingt arrogant, ist aber so. Und so ein unpersönlicher Betonklotz wie das örtliche Cinemaxx ist einem heimeligen kleinen Programmkino ohnehin hoffnungslos unterlegen.

Der Umzug hat aber auch sein Gutes wie ich fairerweise erwähnen sollte. Ich habe zum Beispiel eine bedeutend nettere Wohnung. Schön geschnitten, mit Terrasse und Garten, der freundlicherweise vom Hauseigentümer gepflegt wird. Das Haus selbst ist auch recht hübsch, mann kann es eigentlich nicht beschreiben, also habe ich der Wikipedia ein Bild entnommen:

Wohnung

Ganz recht, ich wohne nun in einem Gesamtkunstwerk. Wenn Sie sich nun fragen, wie kommt man an eine solche Wohnung, dann sage ich Ihnen: Glück und über einen Makler. Letzteren hat mir freundlicherweise mein neuer Arbeitgeber spendiert und etwas Glück habe ich mir mittlerweile verdient denke ich.

Was meinen neuen Arbeitgeber anbelangt, so werde ich an meiner alten Tradition festhalten und hier nicht genauer darauf eingehen. Zum einen schon aus Prinzip nicht, zum anderen ist mein neuer Arbeitgeber in der Boheme der deutschen Blogosphäre eine bekannte Größe (wenn auch dieser nciht direkt verhaftet), die gerne mit ein wenig Verachtung und Spott bedacht wird und ich bin immer noch zu dünnhäutig um die damit verbundenen persönlichen Angriffe, die unweigerlich folgen würden, auszuhalten.

Lassen Sie mich nur fürs Protokoll festhalten: Von meinem Arbeitgeber wurde noch kein Blogger verklagt und was so manch einer in der jüngsten Vergangenheit mit einem eklatanten Mangel an Informationen und und einem Überschuss an Halbwissen über meinen neuen Arbeitgeber geschrieben hat lässt mir gelinde gesagt die Galle hochkommen.

Ende des Statements.

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