Die Anwälte haben sich wieder gemeldet. Nachdem man mich wie bereits berichtet bezichtigte mehrere Schreiben bezüglich einer nicht gezahlten Telefonrechnung ignoriert zu haben mahnte mich die Kanzlei A. und Kollegen in einem Schreiben ab diese letzte (für mich erste) Chance wahrzunehmen und das Ganze außergerichtlich zu lösen in dem ich ihre wie ich finde dezent überhöhte Forderung begleichen sollte.
Da ich es grundsätzlich für möglich hielt, daß es noch eine Rechnung nach meinem Abschied aus Köln gab habe ich sicherheitshalber einmal die grundsätzliche Forderung beglichen und die Kanzlei A. und Kollegen sowohl telefonisch als auch schriftlich um einen Nachweis der Berechtigung für diese Forderung gebeten. Im Konkreten habe ich um eine Herausgabe der eigentlichen Telefonrechnung gebeten, sowie um einen Nachweis darüber daß mir die Mahnungen der beauftragten Firma Schimmelpfeng Forderungsmanagement zugegangen ist und darüber hinaus noch gemäß Datenschutzgesetz alle über mich gespeicherten Daten zu der Angelegenheit.
Meine ersten Anrufe verliefen wie bereits berichtet wenig fruchtbar. Beim ersten Telefonat mit der Kanzlei (die im übrigen mehr den Eindruck eines Call-Centers machte) teilte man mir lediglich mit, ich hätte zu zahlen, das wäre alles berechtigt und das wärs. Meine Forderungen nach konkreten Daten und Belegen quittierte man schließlich mit einer einseitigen Beendung des Gespräches seitens des Call-Centers der Kanzlei.
Bei einem direkt darauf folgenden weiteren Gespräch war man wenigstens so freundlich mir mitzuteilen, wann mir die Forderung der Firma Schimmelpfeng zugegangen sein soll. Dennoch ließ man nicht davon ab, daß ich eine gesamte Forderung von beinahe Hundert Euro zu begleichen hätte, wovon weniger als die Hälfte davon der ursprünglichen Telefonrechnung entsprach.
Nun bin ich in der glücklichen Position genug zu verdienen daß das ein Betrag ist, der mich nicht umwirft. Aber der gesamte Ablauf der Prozedur widerstrebte mir in meinem Innersten. Erinnern Sie sich an die Szene in “Annie Hall” als Woody Allen dem Polizisten seinen Führerschein geben soll? Genau so erging es mir.
Ich schrieb also ein Fax mit den oben aufgeführten Forderungen und erhielt diese Woche als Antwort ein Schreiben, dem eine unleserliche Kopie meines Antrags bei Netcologne, ein Fax der bezeichneten Telefonrechnung beilag.
Ich wurde noch einmal aufgefordert die Gesamtforderung nun in einer verbelibenden Höhe von 54,52 Euro zu begleichen und käme ich dem nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt nach so sähe man sich gezwungen “entsprechend weitere und kostenintensive Maßnahmen in die Wege zu leiten”.
Nun bin ich kein Jurist und mir ist bewusst, daß in der Juristerei oftmals Formulierungen verwendet werden die dem durchschnittlichen Bürger ungewöhnlich erscheinen mögen. Der letzte Satz erschien mir aber weniger wie eine fein geschliffene, juristische Formulierung als vielmehr eine unverhohlene Drohung zu sein.
Also reif ich tags darauf nochmals in der Kanzlei an um etwas Licht in die Sache zu bringen und mich zu erkundigen was aus den weiteren von mir angeforderten Unterlagen geworden ist (Mahnungen, gespeicherte Daten). Das Gespräch. das folgen sollte war zugleich unterhaltsam als auch aufschlußreich. Allerdings anders, als man vielleicht glauben möchte.
Zunächst einmal hat es fünf(!) Anfrufe gebraucht bis ich durchkam. Bei den Versuchen zuvor gab es lediglich ein Band auf dem mir das Bedauern ausgedrückt wurde, daß man gerade nicht mit mir sprechen könne, da sämtliche Plätze derzeit belegt seien und ich möge es doch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal probieren. Mein Verdacht, daß es sich hier um ein Call Center handelt wurde damit nicht unbeding entkräftet.
Die erste Frage von mir ob man denn mein Fax erhalten habe wurde von der Mitarbeiterin Frau P. umgehend bestätigt. Inhaltlich hatte man sich allerdings weniger damit auseinander gesetzt wie sich im folgenden herausstellen sollte.
Frau P. gab zunächst an nicht zu verstehen was ich eigentlich wollte, ich hätte schließlich alle Unterlagen erhalten. Auf meine Nachfrage was denn zum Beispiel mit den ganzen Mahnungen wäre meinte sie dann das ganze wäre schon zu lange her (dir ursprüngliche Rechnugn war vom 30. September 2006!) und sie hätte nicht mehr vorliegen.
Meine Verwunderung darüber, daß ein professionelles Forderungsmanagement wie die Firma Schimmelpfeng ihre Mahnungen nicht archivierte quittierte sie dann mit der verwunderten Aussage, daß ich doch sagen solle, daß ich die Mahnungen von Schimmelpfeng meinte. Mahnt da etwa noch irgendwer sonst nebenher mit? Darüber hinaus frage ich mich wie meine schriftliche Bitte um einen Nachweis der Zustellung besagter Mahnungen der Firma Schimmelpfeng anders verstanden werden sollte.
Ja, die besagten Mahnungen könne sie mir zukommen lassen nachdem ich bezahlt hätte. Es folgte ein längerer Austausch in dem ich meine Unwilligkeit ausdrückte die Forderung anzuerkennen, geschweige denn zu überweisen und die Dame der darauf bestand daß ich zu zahlen hätte. Schließlich bot ich an die Hälfte zu zahlen um die Sache aus der Welt zu schaffen und meine Ruhe zu haben unter der Bedingung, daß sie mir dann die geforderten Informationen zukommen ließe.
Sie ging erschreckenderweise relativ schnell darauf ein und meinte ich solle 30 Euro überweisen und die Sache wäre erledigt. Nun begann erneut eine Diskussion über die mathematische Wahrscheinlichkeit, daß die Hälfte von 54,52 Euro dem Betrag von 30 Euro entsprechen könnte. Igrendwann gab ich entnervt auf, ich hätte eigentlich vorher wissen müssen, daß in Anwaltskanzleien Vernunft und Mathematik keine Anwendung finden.
Dafür würde ich dann schließlich auch die Mahnungen der Firma Schimmelpfeng erhalten. Nein, nein, erwiderte ich, ich hätte gerne den Nachweis der Zustellung. Wie dies den gehen solle fragte sie. Na zum Beispiel dadurch, daß sie mir die Belege des Einschreibens zukommen lässt, die ein so professionelles Forderungsmanagement wie die Firma Schimmelpfeng doch sicherlich archiviere.
Wegen einer Forderung von knapp 40 Euro würden sie doch kein Einschreiben verschicken erwiderte sie recht schroff und das Gespräch müsse nun langsam zu einem Ende kommen, schließlich hätte sie noch mehr Schuldner in der Leitung, die auf Gespräch warten würden.
Diese Fußnote des Gesprächs schien mir aus mehreren Gründen von Bedeutung. Man erinnere sich, daß ich bei der Kanzlei anrief doch die Dame schien zu diesem Zeitpunkt bereits keinen Unterschied zwischen der Firma Schimmelpfeng und der Kanzlei zu machen sondern sprach offensichtlich für beide. Darüber hinaus schien mir der Hinweis, daß weitere Schuldner in der Leitung warteten der recht deutlich Hinweis zu sein, daß es sich hier nicht um eine einfache Gehilfin einer Kanzlei zu handeln schien, sondern um etwas, das zumindest von der Infrastruktur her dazu gedacht ist eine größere Menge von Anrufen zu bedienen.
Meiner Bitte nach Auskunft der gespeicherten Daten brachte die Dame dann ebenfalls wenig Verständnis entgegen. Was ich mir den vorstellen würde, hier würde außer der Adresse nichts gespeichert werden.
Nach dem ersten Anschreiben wollte ich etwas mehr über die Firma Schimmelpfeng erfahren und siehe da neben der Firma Schimmelpfeng, die geringe Beträge ohne Einschreiben mahnt gibt es offensichtlich auch eine Firma Schimmelpfeng, deren Angebot aus so genanntem Kreditmanagement besteht. Unter anderem bietet sie Firmen Kreditinformationen über potentielle Kunden an und da könnte man durchaus mal fragen was so eine Firma über einen speichert. Ich verzichte hier mal bewusst auf eine Verlinkung, als findige Nutzer wissen Sie mit Google umzugehen denke ich.
Die Dame verneinte, daß irgend etwas anderes außer meiner Adresse gespeichert wurde und nach einigen weiteren verbalen Ballwechseln wurde das Gespräch schließlich beendet.
Fassen wir den Stand der Dinge soweit er mir vorliegt also noch einmal zusammen:
Nach meiner Kündigung schickt mir Netcologne für den letzten Monat eine Rechnung anders als bisher nicht per Mail sondern mit der Post. Diese Rechnung erreicht mich trotz Nachsendeauftrags der Post nie, statt dessen erreicht mich ein Brief der Kanzlei A. und Kollegen der auf das Datum 22.03.2007 datiert ist und auf dem Umschlag einen Stempel vom 30.03.2007 trägt in dem mir weitere gerichtliche Schritte angedroht werden sollte ich nicht bezahlen.
Die angebliche Hauptforderung wurde von mir beglichen ohne daß mir die betreffende Rechnung vorlag. Meiner Bitte nach Zusendung betreffender Rechnung, Mahnungen sowie der gespeicherten Daten wurde nicht folge geleistet, ich erhielt lediglich eine Kopie der eigentlichen Forderung.
Ich habe nun 30 Euro bezahlt Für Zinsen, Spesen, Inkassokosten etc. die ich für nicht berechtigt halte, da mir die eigentliche Forderung sowie irgendwelche Mahnungen nie zugegangen sind. Ebenso wenig wurden mir trotz schriftlicher Aufforderung Unterlagen zur Verfügung gestellt, die die Rechtmäßigkeit dieser Forderung nachweisen.
Meinem Wunsch nach Einsicht in die über mich gespeicherten Daten ist man ebenfalls nicht nachgekommen.
Es gibt in meiner Welt eine Bezeichnung für Menschen, die ihr Geld auf diese Weise verdienen und die ich mir hier verkneifen möchte. Kanzlei, Inkasso-Unternehmen oder Forderungsmanagement ist es sicherlich nicht.
Alles in diesem Bericht sind soweit belegbare Fakten, sie sollten dennoch daran denken, daß das geschriebene subjektiv ist. Kann ja gar nicht anders sein, schließlich bin ihc der Betroffene.
Für die gezahlten 30 Euro möchte ich übrigens eine Gegenleistung bekommen und zwar in Form der von mir geforderten Informationen oder der schriftlichen Bestätigung, daß diese nicht vorliegen.
Es bleibt also spannend, mehr demnächst an dieser Stelle.