Turn Piracy into Profit
Wer letzte Woche über die Popkomm lief dem fiel möglicherweise auch das folgende bedruckte Faltblatt der Firma DigiProtect Gesellschaft zum Schutze digitaler Medien mbH ins Auge.

Der etwas reisserische Titel will nun, wie man in seiner jugendlichen Naivität vielleicht glauben könnte, den geneigten Betrachter nicht etwa dazu aufrufen seine als MP3 zusammen getragene Musiksammlung gegen einen geringen Obulus den weiten des Internets zur Verfügung zu stellen.
Nein, vielmehr ist es “Gesellschaftszweck…Anbieter rechtwsiedriger Inhalte zur Abgabe einer Unterlassungsverpflichtungserklärung und Zahlung eines pauschalen Schadensersatzes zu bewegen.” Oder mit anderen Worten: Wir setzen Leute die sich schwer wehren können dermaßen unter Druck daß sie einknicken und allem zustimmen, nur damit wir sie nicht vor Gericht um ihre Existenz bringen. Oder falls sie sich wehren können, hoffen wir daß wir sie derart nerven, daß sie einfachen zahlen, nur um ihre Ruhe zu haben. Kommt ja vor.
Das Beste an der Sache: “Hierbei muss unser Auftraggeber nicht selbst unmittelbar in Erscheinung treten.” Wenn man also selbst ein wahnsinnig hippes weltweit agierendes Plattenlabel ist braucht man sich nicht fürchten man würde wie ein kompletter Arsch vor der potentiellen eigenen Kundschaft dastehen.
Man möge mich nicht falsch verstehen: Ich unterstütze sicherlich nicht den Handel mit urheberrechtlich geschütztem Material. Und bei Leuten, die sich beklagen, daß sie nach Beendigung eines Testabos bei Napster die geladenen Dateien nicht behalten dürfen kann ich nur dezent eine Augenbraue heben.
Allerdings habe ich Zweifel (persönliche Meinungsäußerung, Anm. des Verfassers), daß die besagte Gesellschaft hinter den großen Anbietern im gewerblichen Stil her ist. Die sind ja zu clever und gerissen und nicht so leicht zu erwischen. Da ist es doch einfacher wenn man sich die alleinerziehend Mutter, den ahnungslosen Rentner oder den naiven Schüler schnappt. Die Masse macht es halt wenn man sich “ausschliesslich aus den durch uns selbst eingezogenen Forderungen” finanziert.
Dennoch sollte man die Gesellschaft erst mal machen lassen. Und genau beobachten. Es soll ja vorkommen das sich diese privaten Rechteshcützer im Eifer des Gefechtes schon mal vertan haben.
Anmerkung: Regelmäßige Leser wissen es vermutlich, für den Rest: Kursiv gehaltene Texte sind wörtliche Zitate, in diesem Falle aus dem Faltblatt besagter Gesellschaft.




