Abgewählt und ausgezählt
So, ich habe gewählt. Hessen ist nun mittlerweile das dritte bundesland in dem ich meine Stimme als wahlberechtigter Bürger abgeben durfte und es ist mir selten so schwer gefallen wie dieses mal.
Mittlerweile scheint es ja fast schon egal zu sein was zu wählen, die beiden großen Parteien sind sich inhaltlich so nahe, das jede Unterscheidung schwer fällt, sieht man mal von der üblichen Polemik ab.
In der Vergangenheit habe ich ja tendenziell meine Stimme immer den Sozis gegeben weil ich mich der klassischen SPD immer am nächsten gefühlt habe. Aber die gibt es nicht mehr, irgendwie scheint mir Helmut Schmidt der einzig übrig gebliebene Politiker zu sein aus einer Zeit als Politik noch eine Bedeutung hatte. Überhaupt muß man Herrn Schmidt auch heute noch großen Respekt zollen und sei es nur dafür, daß er raucht wann und wo es ihm passt.
Der SPD jedenfalls konnte ich meine Stimme diesmal nicht geben. Die fassen sowas ja immer gleich als Bestätigung auf, das kann ich auf keinen Fall zulassen.
Und ganz ehrlich, bevor ich der CDU und isnbesondere diesem altklugen, populistischen Suppenkasper den die Partei hier in Hessen hat meine Stimme gebe, beiße ich mir lieber die rechte Hand ab. Hat keine politischen Gründe daß es die rechte ist, ich bin nunmal Rechtshänder und damit wäre das die Hand mit der ich potentiell das Kreuzchen machen würde.
Was also tun? Gelb und Grün gehen ja definitv auch nicht mehr, das Ganze noch eine “Wahl” zu nennen grenzt ja schon fast an eine Farce. Dabei möchte ich das alles nicht wirklich als Politikverdrossenheit verstanden wissen, es ist mehr eine Art Parteienverdrossenheit.
Nicht zu wählen ist ja auch keine Lösung. Also habe diesmal die freien Wähler und eine Randgruppenpartei das Rennen in meiner Gunst gemacht. Kann man ruhig sagen, ist ja eher unwahrscheinlich, daß dies noch etwas ändert.
Außerdem durfte ich beim Wahlgang ein älteres Ehepaar beobachten, daß gemeinsam die Wahlkabine betrat. Aus dem nicht zu überhörenden Dialog ging hervor, daß die Frau sich von ihrem Mann zeigen ließ wo sie die Kreuzchen zu machen habe.
Was sie genau gewählt haben, konnte ich leider nicht erfahren. Herrn Koch dürfte es dennoch freuen. Wie ich gelesen habe war es ein verbreiteter Brauch bei der letzten Wahl in Afgahnistan daß der Herr des Haushalts auch die Kreuzchen für die Frau Gemahlin gemacht hat. Bessere Vorrausetzungen für eine Integration kann es also kaum geben.





