Archive for November, 2008

34

Jesse James war 34 Jahre alt, als man ihm von hinten in den Kopf schoss. Er war ein Veteran des Bürgerkrieges, eine nationale Legende, hatte mehrere Eisenbahnen und Banken überfallen und auf seine Ergreifung waren 5000$ ausgesetzt.

Er war verheiratet und hatte zwei Kinder, die nicht wussten womit ihr Vater sein Geld verdiente.

Es ist erstaunlich was manche Männer mit 34 Jahren schon alles erreicht haben.

Nach oben

Neueste Erkenntnis

Klinische Studien haben bewiesen daß teure Placebos besser helfen als billige!

Nach oben

Offed

Ich kenne ihn eigentlich nicht wirklich, hab ihn ein paar mal in Köln auf den Geburtstag-Partys von meinem Freund Frank getroffen. Zusammen mit seiner Freundin.

Er ist ein Geek, sie auch, dachte ich. Schön daß sich hier zwei gefunden haben hab ich mir gedacht. Dann war da der Anruf. Er hat Abschiedsmails geschickt an seinen Bruder, an seine Ex (Ex?) und an einen Freund. Ich kann mir das gar nciht vorstellen wie man reagieren soll wenn man so eine Mail bekommt.

Leute sind schockiert wenn ich sage ich kann das verstehen, daß man so etwas tun will. Ich stand immerhin ein paar mal selbst davor. Was die Leute vergessen ist daß man damit ja nicht sagt, daß man es auch für gut befindet. Nur eben daß man es verstehen kann, weil man selbst mal davor stand und eben weiß wie es ist wenn man glaubt keinen anderen Ausweg zu haben.

Seltsamerweise wollte ich nie einen Brief schreiben oder eine Nachricht hinterlassen. Was schreibt man da auch? ‘Das wars, jetzt ist auch mal gut. Tschüss dann’?

Sie haben ihn dann gefunden, in einer Wohnung in Süddeutschland. Aufgeschnittene Pulsadern aber noch rechtzeitig. Was geschieht jetzt? Man weiß es nicht. Ich muß sagen daß mir erst mal eine große Last von der Seele fiel.

Trotzdem bleiben quälende Fragen. Die offensichtliche, die sich die Leute stellen, warum tut jemand so was, mag ich nicht stellen.

Quälender ist für mich heute, da ich nicht mehr ständig darüber nachdenke, die Frage: Warum habe ich es nie versucht?

Nach oben

A Grand Day

In einer langen Reihe wenig glorreicher Tage war heute mal wieder einer der besonders unerträglichen. Täglich beim Aufwachen stelle ich mir die Frage ob es sich lohnt aufzustehen und obwohl ich die Antwort eigentlich kenne mache ich es dann trotzdem.

Und wie kann man einen solchen perfekten Tag noch krönend abschließen? Genau, indem zu Hause vor der eigenen Haustür merkt, daß man die Schlüssel im Büro liegen ließ. Zumindest hofft man dies, denn die anderen Alternativen währen? Verloren? Geklaut? Durch ein Dimensionsloch in eine Welt intelligenter Topfschwämme gefallen?

Hilft alles nichts, zurück in die Strassenbahn und sich mit freundlichen Leuten und wohl erzogenen Jugendlichen Körper an Körper reibend in Darmstadt erster Wahl unter den öffentlichen Verkehrsmitteln einzufinden. Knapp 40 Minuten mit Warten und Umsteigen aber was hilft’s.

Das kann nicht schlimmer werden meinen Sie? Nein, das Sahnehäubchen kommt erst noch. Nämlich dann wenn man eine Station vor der Zielhaltestelle feststellt, daß man die Schlüssel doch hatte, nur nicht wie gewöhnlich in der Jackentasche sondern in der Umhängetasche.

Frohen Mutes also zurück, in trauter Gesellschaft eines Herrn, der trotz der frühen Abendstunden dem Gerstensaft schon erheblich zugesprochen zu haben schien und sich dabei nicht nur auf die orale Einnahme desselben beschränkt hatte sondern auch eine gleichmäßige Verteilung seiner ästhetisch fragwürdigen Jacke vorgenommen hatte, was zu einer begrenzt positiven olfaktorischen Ausstrahlung führte.

Die Welt, meine Damen und Herren, ist ein beschissener Platz um zu sein. Sie war es gestern, ist es heute und wird es nächste Woche auch noch sein.

Was mich abschließend zu einer tagespolitischen Stellungnahme, gerichtet an unsere Freunde jenseits des großen Teiches bringt: Versaut es diesemal bloß nicht!

Nach oben