Archive for June, 2009

Kindermund

Ich habe das Schwesterchen besucht und damit natürlich auch das Schwesterkind. Erstere weil sie nun endlich eine richtige Ärztin geworden ist mit Abschluß und allem drum und dran. Doktor kommt noch verspricht sie, im Moment macht sie aber zunächst mal ganz pragmatisch noch eine Facharztausbildung.

Ich bin so stolz auf das Schwesterchen, das können Sie sich gar nicht vorstellen. Weil ich nämlich glaube daß ich ein wenig zu ihrem erfolgreichen Abschluß beigetragen habe. Man muß nämlich wissen, daß wir einer Familie enstammen, in der das Studium nicht als gegeben gilt, tatsächlich war ich in der mir bekannten Verwandschaft der erste der sich mal an eine Hochschule getraut hat und auch das Vorhaben des Schwesterchen wurde von der Verwandschaft immer eher kritisch betrachtet.

Ein Studium ist ja heutzutage nciht mehr das Maß aller Dinge und viele befreundete Bekannte machten ihren Eltern den eigenen Lebensentwurf gerade dadurch deutlich, daß sie eben nicht studiert hatten. Bei uns war das eher anders herum. Gerade deshalb mussten wir studieren um eben mit alten “Traditionen” zu brechen.

Wie gesagt bin ich auf das Schwesterchen sehr stolz und ich wünschte ich könnte es ihr irgendwie zeigen.

Das Schwesterkind war natürlcih auch eine helle Freude wurde von mir mit viel Liebe, Aufmerksamkeit und Präsenten bedacht. Ich wundere mich auch immer wieder (mit ständiger Begeisterung) wie die Kleine ihre Prioritäten setzt: Ein billiger Packen Buntstifte löst da größere Freude aus, als das frisch erworbene Laufrad. Immerhin die mitgelieferte Hupe in Form eines Delfins fand freudige Beachtung.

Klug ist es auch das Kind, das hat es bestimmt vom Onkel. So kann es im zarten Alter von zwoeinhalb Jahren schon einfach Berechnungen anstellen (2 Pferde und 3 Pferde sind 5 Pferde) und nahm wissbegierig das weitergereichte Kulturgut des Onkels auf. Sehr zum Leidwesen ihrer Eltern konnte ich ihr über das Wochenende alle 3 Strophen von Monty Pythons Holzfäller-Lied beibringen.

Aber Kritik gab es auch: Zunächst strich sie über mein schütteres Haupthaar um mir dann ihre Erkenntnis mitzuteilen:’Ganz schön wenig Haare hast du!’

Noch dramatischer war dann aber das spätere vorsichtige abtasten meines Bauches um sich dann zu erkundigen:’Ist da ein Baby drin?’ Das hat mich dann schon ein wenig runtergezogen…

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