Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /var/www/l3s6108/html/wp/wp-includes/cache.php on line 99 Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /var/www/l3s6108/html/wp/wp-includes/query.php on line 21 Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /var/www/l3s6108/html/wp/wp-includes/theme.php on line 576 Screwtape’s » Blog Archive » Ink

Ink

Diejenigen unter Ihnen die hier noch regelmäßig vorbei schauen - und wenn ich meiner Statistik glauben mag sind das nicht mehr all zu viele, wer kann’s Ihnen verdenken - diejenigen also, die mir mich auch heute noch regelmäßig hier besuchen, werden sich vielleicht die Frage stellen wo ich die letzten zwei Monate denn so war.

Auf diese will ich wie ein echter Medienprofi reagieren. Ich vermeide also geschickt jeglichen Blickkontakt, geben ein nervöses Lachen von mir und wechsle spontan das Thema.

Ich will Ihnen heute einen Film nahe legen, der mich wirklich überrascht hat. Nein, es ist nicht der mit den Schlümpfen in 3D. Der Film den ich meine ist ein kleiner Independent Film, der hierzulande nie ins Kino und auch sonst nicht rauskam und beinahe überhaupt nie von jemandem gesehen wurde. Er trägt den schlichten Titel ‘Ink’.

Erzählt wird die Geschichte der beiden Gruppen, die nachts um die Vorherrschaft unserer Träume kämpfen. Da sind zum einen die Storyteller, die sich um unsere guten Träume kümmern und dafür sorgen daß wir in unseren Träumen all das sein können was wir im Wachen nicht sein können und die Menschen treffen, die wir sonst nie wieder sehen können.

Ihnen gegenüber stehen die Incubi, die - Sie ahnen es schon - für unsere Alpträume zuständig sind. Sie flüstern uns unsere schlimmsten Befürchtungen ein und zehren von unseren Ängsten.

Zwischen diesen beiden Gruppen findet sich der Einzelgänger Ink wieder. Er gehört keiner der Gruppen und hat vielleicht gerade aus diesem Grund das Bedürfnis irgendwo dazu zu gehören. Die Incubi versprechen ihm, ihn zu einem der ihren zu machen, wenn er ihnen ein würdiges Opfer bringt.

Dieses Opfer soll die kleine Emma sein, die von Ink im Traum entführt wird. Bei seiner Flcuht wird aber seine kleine Trommel beschädigt, mit der er den Zugang zu dem von den Incubi vereinbarten Ort gelangen kann.

In der Realität fällt Emma in ein Koma und ihr entfremdeter Vater, der seine eigenen Ängste ständig mit sich herumträgt muß sich entscheiden wie er für seine Tochter da sein will.

In der Traumwelt nehmen eine Reihe von Storytellern die Verfolgung von Ink und Emma auf und bald wird klar, daß es hier nicht nur um Emma als Opfer geht.

‘Ink’ ist ein wunderbares Märchen, daß einen für eine Weile aus der eigenen grauen Alltagswelt befreien kann. Es ist teilweise schon bis an den Rand der ERträglichkeit kitschig, aber eben auf die angenehme Art und Weise, die man akzeptiert wenn man es sich erlaubt von Zeit zu Zeit den eigenen Träumereien nachzuhängen.

Fast so träumerisch ist die Geschichte hinter dem Film. Als kleiner Independent Film wurde er von dem Regisseur, der gleich noch den Produzenten und Komponisten der Musik gab mit dem beinahe lächerlich anmutenden Budget von 250.000 Dollar ohne große Stars gedreht.

Der Film lief dann auf einigen Festivals ohne wirklich einen Verleih zu finden. Mit dem Mut der Verzweiflung (so nehme ich zumindest an) haben sich die Macher dann daran gemacht den Film über eine eigene Website auf DVD und Blueray zu vertreiben.

Es kam wie es kommen musste: der Film wurde kopiert und fand seinen Weg in die Tauschbörsen. Und ich muss gestehen, daß ich den Film auch als Kopie von einem Freund bekommen habe. Teilweise sei der Film wenn man einzelnen Quellen glauben darf in Spitzenzeiten bis zu 400.000 mal pro Woche herunter geladen worden.

Wenn man der gängigen Theorie der Studios folgt wäre daß eigentlich das Ende der finazielle Ruin der Filmemacher gewesen. Aber das Gegenteil war der Fall. Der Film fand auf diesem Weg ein Publikum welches er sonst nie gefunden hätte. Und als Konsequenz darauf haben die Verkaufszahlen der DVDs widerum angezogen.

Jetzt mag man diese Geschichte in Zweifel ziehen oder es als glückliche Ausnahme in der grundsätzlich verderblichen Piraterie sehen. Ich möchte hier keine Lobby für die Piraterie ergreifen und schon gar nicht das maßlose Vorgehen der Studios dagegen rechtfertigen.

Vielleicht können aus der Geschichte ja alle, auch die großen Studios, etwas lernen. Ich möchte Ihnen hier nur einen wirklich wunderbaren kleinen Film nahe bringen und Sie dazu auffordern die Kreativtät und Leistung der Macher entsprechend zu würdigen. Ich habe mir inzwischen nicht nur den Film als Blueray bestellt sondern auf der Website der Macher den Betrag gespendet, den ich vermutlcih ausgegeben hätte, hätte ich den Film im Kino gesehen. Das geht dort nämlich auch.

Denn ich bin der Ansicht daß man Leistung nicht nur durch große Worte anerkennen sollte und ich hoffe darauf, daß der Regisseur Jamin Winans mit dem Geld bald seinen nächsten Film macht.

Also gebe Sie sich einen Ruck. Und wer jetzt noch nicht überzeugt ist, für den gibt es hier den Trailer.

Nach oben